In Geschäften und Bahnen und Bussen müssen medizinische Masken (OP-Masken, FFP2, KN95 oder N95) getragen werden. Einfache Alltagsmasken reichen nicht mehr. Foto: panthermedia

Die ursprünglich bis Ende Januar befristeten Einschränkungen wurden verschärft und gelten jetzt mindestens bis zum 14. Februar

Olaf Zimmermann, Hamburg. Der Corona-Lockdown geht in die Verlängerung. Die Zahl der Neuinfektionen ist zwar leicht zurückgegangen und die Schutzimpfungen haben begonnen, doch die Sorge vor Corona-Mutationen, die noch ansteckender sind, ist groß. Deswegen werden alle Einschränkungen mindestens bis zum 14. Februar fortgeschrieben.
Die Kontaktbeschränkung auf den eigenen Hausstand plus eine weitere Person bleibt bestehen. Restaurants bleiben ebenso geschlossen wie die meisten Geschäfte, Kinos, Theater, Friseure, Fitnessstudios. Neu: In Bahnen und Bussen sowie in Geschäften müssen künftig OP- oder FFP2-Masken getragen werden. Normale Mund-Nasen-Bedeckungen reichen nicht.
Außerdem haben sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs darauf verständigt, dass Schulen und Kitas weiterhin geschlossen bleiben. In Hamburg gehen Kitas gehen vom eingeschränkten Regelbetrieb zu einer erweiterten Notbetreuung über. Das bedeutet: Grundsätzlich sind Kitas außer für Kinder mit Förderbedarf geschlossen. Eine Betreuung wird nur in Ausnahmefällen angeboten, etwa wenn die Eltern in Krankenhäusern tätig sind.
Hintergrund: In Kitas lag die Auslastung bei fast 50 Prozent. Kita-Fachkräfte zahlen einen hohen Preis dafür, dass Kinder auch in der Pandemie betreut werden „Keine Berufsgruppe ist häufiger von Krankschreibungen in Zusammenhang mit Covid-19 betroffen als Berufe in der Kinderbetreuung“, teilt der bundesweit aktive Kita-Träger Fröbel mit Verweis auf eine Analyse des wissenschaftlichen Instituts der AOK mit.
In Schulen bleibt die Präsenzpflicht ausgesetzt. Eltern können weiterhin allein entscheiden, ob ihr Kind in die Schule geht. Doch vor allem die Grundschulen sollen leerer werden. In den vergangenen Tagen war in Hamburg fast jeder vierte Grundschüler in der Schule. Deswegen werden die Eltern jetzt ausdrücklich aufgefordert, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken. „Kinder sollten wann immer möglich zu Hause betreut werden“, appelliert Bürgermeister Peter Tschentscher. „Der Druck auf die Eltern wächst noch weiter“, kommentiert Sabine Boeddinghaus, Schulexpertin der Linken.

Kinder sollten
wann immer
möglich zu Hause
betreut werden
Peter Tschentscher
Erster Bürgermeister

Bis Mittwoch hatten gut 24.500 Hamburger eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Laut Senatspressestelle sind „für die überwiegende Mehrheit der rund 150 Pflegeeinrichtungen in Hamburg Termine für die erste Schutzimpfung festgesetzt oder, für gut ein Drittel der Einrichtungen, bereits durchgeführt worden.“ Weil es an Impfstoff fehlt, können derzeit keine neuen Impftermine vergeben werden.
Die Möglichkeit, Kita-Personal beim Impfen vorzuziehen, schloss Bürgermeister Tschentscher aus: „Nein, wir richten uns nach den Prioritätsgruppen.“
Die Hamburger Corona-Hotline Tel 428 28 4000 ist montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr, sonnabends und sonntag von 7 bis 17 Uhr erreichbar.
>> www.hamburg.de/corona-impfung

OP-, KN95-, N95- und FFP2-Masken

Partikelfiltrierende Halbmasken (sogenannte „FFP-Masken“, Englisch für: „Filtering Face Piece“) schützen den Träger der Maske vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Sie sind deutlich sicherer als Alltagsmasken. Das gilt auch für KN95 aus China und N95-Masken (USA).

Empfehlungen zum Umgang mit FFP2-Masken:
– Vor dem Anlegen Hände waschen oder desinfizieren.
– Innenseite der Maske beim Anlegen nicht berühren.
– Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern eng anliegen. Bartträger müssen sich rasieren!
– Die Außenseite einer gebrauchten Maske kann Erreger enthalten. Während des Tragens die Außenseite möglichst nicht berühren.
– Nach Absetzen der Maske Hände gründlich waschen oder desinfizieren.
– Getragene Maske in eigens dafür vorgesehenen luftdichten Beutel oder geschlossenem Behälter aufbewahren.

– Grundsätzlich sind FFP-Masken Einmalprodukte und nicht zur Wiederverwendung vorgesehen. Es gibt nach einer Studie der FH Münster aber zwei Möglichkeiten, die teuren Masken zu reinigen und sie so maximal fünfmal verwenden zu können:
– Die Maske im Ofen auf einen Rost legen und bei 80 Grad einen Stunde lang erhitzen. Keine Umluft/Heißluft verwenden! Masken mit Ventil sind hierfür nicht geeignet.
– Masken können auch sieben Tage durchgehend an der Luft getrocknet werden. Erst danach ist eine Wiederverwendung möglich.

Masken, die fünfmal aufbereitet wurden, müssen entsorgt werden.

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