Larissa und Vitaliy Zolotonosov unterrichten unter anderem Geige und Klarinette. Foto: pr

Wie der Eidelstedter Musiker und Dozent Vitaliy Zolotonosov bislang durch die Lockdowns kam

Jasmin Bannan, Eidelstedt

Wenn Vitaliy Zolotonosov von Musik spricht, wird seine Stimme weich und zärtlich. „Es gibt so viele Gründe, warum Musik das Leben bereichert. Musizieren verbessert die kognitiven Fähigkeiten, stärkt das Selbstvertrauen und die sozialen Kompetenzen. Musik verbindet: Neue Freundschaften werden geschlossen – in der Band oder im Orchester – und das eigene Instrument wird ebenso ein wertvoller Freund“, so der Eidelstedter Musiker und Inhaber der Musikschule Goldnase. Doch Corona hat viel verändert.

Musik ist positiv, sie schenkt Lebensfreude – insbesondere, wenn man sie praktiziert
Vitaliy Zolotonosov,
Musikschule Goldnase

Die Pandemie traf den gebürtigen Ukrainer (siehe Infotext) in Zeiten des Umbruchs. Nachdem er in Hamburg in verschiedenen Institutionen als Musiker gearbeitet hatte, gründete er Ende 2019 die Musikschule Goldnase, benannt nach seinem Familiennamen: „,Zolotonosov‘ heißt übersetzt ‚Goldnase‘“, erläutert der 58-Jährige.
Doch das Virus drohte diesen Lebensentwurf, gemeinsam mit Ehefrau und Geigenpädagogin Larissa konzipiert, zu zerstören. „Uns traf der erste Lockdown sehr hart. Wir mussten die Musikschule schließen.“ Das faktische Arbeitsverbot nagte an der Seele: „Die Grenze zur Depression war erreicht.“

Aus Angst vor Corona bleiben Musikschüler weg

Doch auch nach der Erlaubnis von Mitte Mai, Musikschulen – und damit auch die „Goldnase“ – wieder zu eröffnen, war vieles anders als sonst. „Ich gebe nur noch Einzelunterricht“ – obwohl der Lehrplan normalerweise auch Gruppenerfahrungen bietet. Bedrückt stellt Vitaliy Zolotonosov fest, dass viele Menschen aus Angst vor dem Virus nicht mehr zum Musikunterricht kommen. Dabei halte er sich an das Hygienekonzept, sorge stets für frische Luft und benutze Luftentfeuchter.

Der Schülerrückgang sei „auch wirtschaftlich traurig, uns fehlen die regelmäßigen Einnahmen – trotz der einmaligen Soforthilfe“. Die Arbeit als Dozent am Johannes-Brahms-Konservatorium hat dem Vater zweier Söhne (27, 35) und eines siebenjährigen Enkels dabei geholfen, sich über Wasser zu halten. Die Tätigkeit am Gymnasium Dörpsweg, dessen Bigband er leitet, bereitet Vitaliy Zolotonosov ebenfalls Freude.

Wann aber wird er mit der Musikschule auf einen grünen Zweig kommen? Der leidenschaftliche Instrumentalist setzt auf die Kraft der lebendigen Töne: „Musik hat es immer gegeben. Musik ist positiv, sie schenkt Lebensfreude – insbesondere, wenn man sie praktiziert. Diese Erkenntnis wird sich wieder durchsetzen, hoffe ich.“

 

Biografie

Vitaliy Zolotonosov wurde am 4. Oktober 1962 in der ukrainischen Stadt Dnipropetrovsk geboren. Die Musikhochschule in Dnipropetrovsk beendete er 1986 als Klarinettensolist und Lehrer, er war bester Absolvent seines Jahrgangs. Vitaliy Zolotonosov spielte im philharmonischen Orchester und unterrichtete Klarinette und Saxofon.
Im Jahr 2000 kam er mit Ehefrau Larissa und seinen beiden Söhnen nach Deutschland. Seit 2002 unterrichtet er als Dozent am Johannes-Brahms-Konservatorium in Hamburg Saxofon und Klarinette. Ab 2004 leitete er Kurse im Eidelstedter Bürgerhaus. Ende 2019 gründeten Vitaliy und Larissa Zolotonosov die Musikschule Goldnase.

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