Die Seevestraße ist gesperrt – in einigen Jahren wird sie vielleicht ganz neu gebaut. Foto: mag

Andreas Göhring, Harburg. Insider der Harburger Stadtentwicklung reiben sich verwundert die Augen: Die Seevestraße ist voraussichtlich bis Anfang Juni komplett gesperrt, weil der Einmündungsbereich zur Hannoverschen Straße samt der geplanten Veloroute 11 neu gestaltet werden soll.
Wieso das? Es ist noch kein Jahr her, da hatte Harburgs Baudezernent Hans Christian Lied in der Begleitgruppe zur Entwicklung des Binnenhafens noch auf Nachfrage verkündet: „Die Verlegung der Seevestraße ist weiterhin geplant.“ Das war kein Alleingang eines ehrgeizigen Stadtplaners, auch in ihrem Koalitionsvertrag für die Jahre 2019 bis 2024 versprechen die Fraktion von SPD und Grünen, sich für die Verlegung der Seevestraße einzusetzen.

Wohlgemerkt: Es geht nicht um die Gestaltung des Einmündungsbereichs, es geht vielmehr um den Bau einer ganz neuen Seevestraße, die 100 bis 200 Meter weiter nördlich in die Hannoversche Straße einmünden soll. Das hätte zwei Vorteile: Mittelfristig soll der gesamte Durchgangsverkehr aus dem Veritaskai verdrängt und stattdessen über die Seevestraße geführt werden. Dazu müsste der Abzweig von der Hannoverschen Straße in die Seevestraße aber auch für Lastzüge verkehrsgerechter gestaltet werden.
Zum anderen würde das ehemalige Betriebsgelände von Harburg-Freudenberger nicht mehr von einer Straße – nämlich der aktuellen Seevestraße – durchschnitten werden. Das wiederum würde die Vermarktungschancen der gesamten Fläche deutlich erhöhen. Darin sind sich alle Projektentwickler, die das Areal schon lange ins Auge gefasst haben, weitgehend einig.
Das alles ist seit langem bekannt – ohne dass sich wirklich etwas tat. Seit etwa einem Jahr steigt die Spannung. Die Stadt hat nämlich beschlossen, das gesamte Areal und dazu weitere Flächen im Norden und im Süden zur „städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ zu erklären. Zwei Jahre lang soll nun alles – sowohl Eigentumsverhältnisse und Entwicklunspotenziale – geprüft werden. Und dann könnte die Stadt plötzlich von einem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.
Mit anderen Worten: Erst in zwei Jahren könnte sich Entscheidendes tun, dann könnte auch die Verlegung der Seevestraße in Angriff genommen werden. Und der gerade neu gestaltete Einmündungsbereich wäre hinfällig.

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