<< Nach Eintreffen der ersten einhundert Impfdosen gegen das Coronavirus wurden am selben Tag die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helios Mariahilf Klinik Hamburg geimpft. Am Universitätsklinikum Eppendorf musste ein Impftermin für Mitarbeiter kurzfristig abgesagt werden. Es gab keinen Impfstoff. Foto: Helios Mariahilf

Über 80-Jährige können jetzt über die Hotline 116 117 und online einen Impftermin vereinbaren

Olaf Zimmermann, Hamburg

Die Infektionszahlen verharren trotz des Lockdown weiter auf einem hohen Niveau. Die Intensivstationen der Krankenhäuser sind ausgelastet. Impfstoff bleibt (noch) weiter Mangelware.

Bis Mittwoch haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 14.273 Personen in Hamburg eine Corona-Schutzimpfung erhalten, darunter 3.675 Pflegeheimbewohner. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern wird in Hamburg bislang wenig geimpft. Pro 1.000 Einwohner kommt Hamburg auf 7,7 Impfungen, Schleswig-Holstein dagegen auf 13,2. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 8,3 Impfungen (Stand Mittwoch).

Angestrebt wird, dass in Hamburg alle Bewohner und Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen bis Mitte Februar eine Schutzimpfung erhalten.

Wer über 80 Jahre alt ist, soll in dieser Woche per Brief von der Stadt aufgefordert worden sein, einen Impftermin zu vereinbaren. Das geht nur über die Telefon-Hotline 116 117 und online auf hamburg.de/corona. Wer sich mit seinem Partner zusammen impfen lassen möchte, muss sich per Telefon anmelden.

„Andere Altersgruppen sind nicht zur Impfung berechtigt und können auch keine Termine vereinbaren“, erklärt Martin Helfrich, Sprecher der Sozialbehörde.

Das Problem: Die Gruppe der Personen, die zuerst geimpft werden müssen (siehe Kasten), umfasst in Hamburg über 170.000 Personen. „Selbst für diesen bereits eingeschränkten Kreis können wir noch nicht allen eine Schutzimpfung anbieten, sondern müssen über die kommenden Wochen hinweg weitere Impfstofflieferungen abwarten und werden dann zügig immer weitere Termine freischalten“, sagt der Behördensprecher.

Haben auch Senioren, die die Tastatur ihres Telefons nicht so schnell bedienen können, eine Chance, auf der Hotline 116 117 durchzukommen? „Die Hotline wird sicher sehr, sehr gefragt sein“, so Martin Helfrich. „Wir tun mit den gestaffelten Aufrufen unser Möglichstes, damit wir die Terminanfragen etwas verteilen. Aber sowohl in der Warteschleife, als auch bis zum eigentlichen Termin wird noch Geduld erforderlich sein.“

 

Impfung – wer muss warten?

Die Reihenfolge der Impfungen ist in der Impfverordnung des Bundes festgelegt, die auf Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Institut (RKI) aufbaut.

Stufe 1: Zuerst können sich über 80-Jährige, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, deren Betreuungspersonal sowie Beschäftigte in Notaufnahmen und Intensivstationen impfen lassen.

Stufe 2: Personen im Alter zwischen 75 und 79 Jahren, medizinisches Personal, Personen mit Down-Syndrom

Stufe 3: 3: Personen im Alter zwischen 70 und 74 Jahren; Personen nach Organtransplantationen, Vorerkrankte mit hohem Risiko, enge Kontaktpersonen von Schwangeren, Bewohner und Mitarbeiter in Gemeinschaftsunterkünften

Stufe 4:  Personen im Alter von 65 bis 69 Jahren, Lehrer, Erzieher, Vorerkrankte mit erhöhtem Risiko, Personen mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen

Stufe 5:  Personen im Alter von 60 bis 64 Jahren, Beschäftigte im Einzelhandel, Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur, Personal in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen, Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit

Am wenigsten dringlich zu impfen sind Menschen unter 60 Jahren, die weder Vorerkrankungen haben, noch mit Risikopatienten in Kontakt kommen oder berufsbedingt viele Menschen treffen.

 

Hamburger Corona-Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert in Hamburg lag am Mittwoch bei 136,5 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner (Vorwoche: 126).
Bislang sind (Stand Mittwoch) in Hamburg 820 Personen an Corona gestorben.

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