„Fanden es wichtig, ein deutliches Zeichen zu setzen“: Das Schulsprecher-Team des Kaifu.

Von KP Flügel. „Wir sind Muslime, wir sind katholisch, wir sind evangelisch, wir gehören keiner Glaubensrichtung an“, sagen Schüler des Kaifu-Gymnasiums. Mit dieser Aussage beginnt ein Video, in denen sie alle der Jüdischen Gemeinde versichern, „hinter ihr zu stehen“. Zugleich drücken sie ihren Wunsch aus, dass „niemand Schutz braucht, egal zu welcher Religion er oder sie gehört“. Als grausam empfinden sie, „dass solche Straftaten heute immer noch ausgeübt werden“. Gemeint ist der Anschlag auf einen 26-jährigen jüdischen Studenten, der am 4. Oktober die Synagoge Hohe Weide betreten wollte, wo die Gemeinde das Laubhüttenfest feiern wollte.

„Dieser Angriff“, erzählt Matle Kreyer, Mitglied im Schulsprecherteam, „hat uns alle sehr schockiert. Wenn man hier in den Nachrichten hört, dass es in Halle einen Anschlag gegeben hat, trifft es einen und im gleichen Moment ist es weit weg.“ Als er die Nachricht von dem Überfall gehört hatte, wurde ihm bewusst, dass „dieser direkt um die Ecke passiert war. Als ich noch jünger war, habe ich nicht verstanden, warum die Synagoge unter Polizeischutz stand. Wenn man jetzt die Anschläge auch außerhalb von Hamburg mitbekommt, wird klar, dass die Polizei hier stehen muss.“

Den Vorschlag, in einem Video der Jüdischen Gemeinde ihre Solidarität zu bekunden, habe ihr Lehrer Herr Schumann, gemacht. Dem habe das Schulprecherteam zugestimmt. Dann sei ein Aufruf zum Mitmachen an alle Klassen gegangen. „Da alle geschockt waren, fanden es alle sehr wichtig, ein deutliches Zeichen zu setzen. Ich habe von niemandem gehört, der die Idee nicht gut fand“, betont der 17-jährige Schüler.

„Unser Schulleiter, Herr Arne Wolter, hatte mit der Jüdischen Gemeinde Kontakt aufgenommen und sie zu uns eingeladen. Das Video haben wir auf einem USB-Stick in unserer Aula überreicht, coronabedingt in einem sehr kleinen Kreis. Soweit ich das sagen kann, waren die Repräsentanten sehr gerührt und dankbar, dass wir uns geäußert und klar gegen Antisemitismus positioniert haben.“

www.kaifu-gymnasium.de/solidaritaet-mit-der-juedischen-gemeinde/

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