Kann der St. Johannis-Turm im nächsten Jahr wieder so spektakulär leuchten? Die Chancen stehen überraschend gut. Foto: pr
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Bröckelnder Riese muss nicht abgerissen werden – Bund steuert 750.000 Euro zur Sanierung bei – Hamburg stellt Co-Finanzierung in Aussicht

Olaf Zimmermann, Harburg. Welch ein Weihnachtsgeschenk. Der St. Johannis-Turm an der Bremer Straße muss doch nicht abgerissen werden. Der Bund stellt 750.000 Euro für die dringend erforderliche Sanierung zur Verfügung. Die gleiche Summe will die Stadt Hamburg beisteuern. „Finanzsenator Dressel hat mir persönlich die Co-Finanzierung in Aussicht gestellt“, sagt Harburgs Bundestagsabgeordneter Metin Hakverdi (SPD).
Hintergrund: In Harburg schien die Zeit der Türme endgültig dem Ende entgegen zu gehen. 2014 wurde der einstmals 96 Meter hohe Phoenix-Schornstein auf 64 Meter gestutzt. Dem maroden Turm der St. Johannis-Kirche an der Bremer Straße drohte ein noch schlimmeres Schicksal. Im Zuge der Sanierung der St. Johannis-Kirche wurden bei dem Kirchturm Schäden entdeckt. „Keine kleinen, sondern sehr große Schäden“, so Pastor Friedrich Degenhardt.
Ein Problem, von dem viele Betonbauten der 50er und 60er Jahre betroffen sind. Ein Gutachter bezifferte die Sanierungskosten auf 1,4 Millionen Euro. Ein Betrag, den die Kirchengemeinde Harburg-Mitte nicht aufbringen kann.
Deswegen wurde schweren Herzens ein Abrissantrag für den St. Johannis-Turm gestellt, den die Harburger Verwaltung auch genehmigte. „Eigentlich fehlte nur noch ein gutes Angebot eines Bauunternehmens“, beschreibt Pastor Degenhardt die scheinbar ausweglose Situation.
Doch Harburger Politikern gelang es, in Berlin und (voraussichtlich) auch in Hamburg jeweils 750.000 Euro für die Sanierung locker zu machen. Beteiligt waren insbesondere die Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse (Eimbüttel, CDU) und Metin Hakverdi (Harburg, SPD), die beide dem Finanzausschuss angehören.
Nun ist der Abriss vom Tisch. Selbst die rund 20.000 Euro, die nach einer Sanierung jährlich in die Instandhaltung des Kirchturms gesteckt werden müssten, schrecken nicht mehr ab. „Es bietet sich eine ganz neue Option“, freut sich Pastor Degenhardt.

 

Auch hier zahlt der Bund
Jahrelang haben sich im Haushaltsausschuss in Berlin die Abgeordneten Johannes Kahrs (Mitte, SPD) und Rüdiger Kruse (Eimsbüttel, CDU) für Hamburger Projekte eingesetzt. Für Kahrs, der die Politik an den Nagel gehängt hat, sitzt jetzt der Wilhelmsburger Abgeordnete Metin Hakverdi (Wahlkreis Harburg/Wilhelmsburg/ Bergedorf, SPD) im Haushaltsausschuss. Für den Hamburger Süden hat das Duo Hakverdi/Kruse neben den 750.000 Euro für die Sanierung des St. Johannis-Turms weitere Projekte durchgesetzt:
<< Ein S-Bahn-Ring könnte die Verkehrsprobleme des Hamburger Südens lösen. Die Umsetzung erfordert einen Tunnel unter der Elbe von Waltershof nach Altona. Die Technische Universität Hamburg soll jetzt in einer Machbarkeitsstudie klären, ob diese Idee technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist. Dafür stellt der Bund drei Millionen Euro bereit.
<< Für weitere drei Millionen Euro sollen an der TUHH in einer Studie die Folgen des Klimawandels für Flora, Faune und den Lebensraum der Menschen entlang der Elbe untersucht werden. Reicht es angesichts des steigenden Meeresspiegels, die Deiche zu erhöhen? Oder sind andere Lösungen wie ein Sperrwerk in der Elbe erforderlich? „Deichsicherheit im Zuge des Klimawandels, das ist ein wichtiges Thema in den kommenden Jahren. Wir brauchen aber mehr wissenschaftliche Forschung zum Thema Klimawandel, Anstieg des Meeresspiegels und Auswirkungen auf die Elbe“, so Metin Hakverdi.
<< Der Museumshafen Harburg wird mit Bundesmitteln in Höhe von 330.000 Euro gefördert. Mit dem Geld sollen der Gelbe Kran, der Blaue Kran und die historischen Waggons im Harburger Binnenhafen überholt, saniert und elektrifiziert werden. Ziel ist es, dieses kulturelle Erbe funktionsfähig zu halten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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