Sieht im „Pfarrsprengel“ auch viele neue Herausforderungen und Möglichkeiten: Pastor Gerhard Janke. Foto: wit
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Kirchengemeinden wollen ihre Kräfte bündeln – ohne zu fusionieren

Wolfgang Wittenburg, Süderelbe. Den Kirchen gehen die Mitglieder aus, auch im Hamburger Süden. Nach einer Prognose verbleiben für die sieben evangelisch-lutherischen Gemeinden in Süderelbe in zehn Jahren nur noch vier Pfarrstellen. Was tun? Pastor Gerhard Janke (62) von der Fischbeker Cornelius-Gemeinde plädiert für eine engere Zusammenarbeit, ohne dass die Gemeinden ihre Eigenständigkeit aufgeben. Ein „Pfarrsprengel“ soll die Rettung bringen.
Diese Form der Zusammenarbeit wird in ländlichen Regionen, etwa in Mecklenburg-Vorpommern, längst umgesetzt. Es gibt dann nicht mehr für jede Kirchengemeinde einen Pastor, sondern ein Team mehrerer Pastoren ist für verschiedene Gemeinden gleichzeitig zuständig. Über diese Möglichkeit wird in den Kirchengemeinden Neugraben, Hausbruch mit Altenwerder, Finkenwerder, Moorburg, Fischbek, Neuenfelde und Vahrendorf bereits beraten. Für Kirchenmann Janke ist dabei wichtig zu betonen: „Ein Pfarrsprengel mit eigenständigen Gemeinden und auch Gemeinderäten und mit jeweils eigenem Haushalt, ist absolut keine Fusion! Es muss etwas passieren, sonst kommen wir nicht mehr klar!“
Die im Kirchenkreis Hamburg-Ost zuständige Pröpstin Carolyn Decke (59) befürwortet die Überlegungen: „Alle Gemeinden tun gut daran, für die Zukunft vorzusorgen und mehr Gemeinsames zu wagen. Aufgrund der in den kommenden Jahren zu erwartenden Pensionierungswelle bei den Pastoren und Pastorinnen, sinkender Finanzmittel und kleiner werdenden Gemeinden ist es an der Zeit, die Kräfte zu bündeln und der Vereinzelung vorzubeugen. Ein Pfarrsprengel kann dazu dienen, die pastorale Versorgung für alle gleichmäßig zu verteilen und die verschiedenen Talente der Geistlichen allen zu Gute kommen zu lassen.“

So kann man mitreden
Wie geht es weiter mit der Cornelius-Gemeinde Fischbek? Pastor Janke möchte mit „allen Gemeindemitgliedern über die Pläne zur Bildung eines ,Pfarrsprengels‘ in Gespräch kommen.“
Die zu diesem Thema geplante Gemeindeversammlung musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.
Wer sich zum ‚Pfarrsprengel“ äußern möchte, erreicht Pastor Janke per Telefon unter 040/ 701 87 27 und per E-Mail unter janke@cornelius-kirche.de

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