Heute schon Schlangen: Wie der kleine „XXL Kiosk“ im kommenden Jahr noch mehr Kunden versorgen soll, ist unklar. Foto: Dirk Andresen
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Von Dirk Andresen. Diese Redewendungen versprechen Tempo, Tatkraft, Pünklichtkeit und Service: „Jetzt geht die Post ab“, oder „Tatü, tata, die Post ist da“. Slogans, die in den Straßen und Wohngebieten rund um die Hoheluft nur noch für Kopfschütteln und teilweise Fassungslosigkeit sorgen. Denn: Mit der Postbankfiliale an der Hoheluftchaussee 26 soll eine der beliebtesten und mit am meisten frequentierten Filialen der Stadt zum 31. Dezember geschlossen werden. Die Empörung der Kundschaft ist groß – und der Wille, für den Erhalt der beliebten Station zu kämpfen, mindestens genau so. Inzwischen kursieren bereits beachtliche Unterschriftensammlungen gegen die Schließung mit mehr als insgesamt 500 Signaturen. Zum Fürsprecher für einen Weiterbetrieb machen sich auch die Linken.

Peter Gutzeit, Co-Fraktionsvorsitzender der Eimsbütteler Linken: „Ich bin fassungslos. Es werden jetzt auch noch die letzten postalischen Leistungen plattgemacht. Betroffen ist ein Gebiet, in dem mehr als 100.000 Menschen leben. Die Attraktivität eines ganzen Stadtteils geht verloren.“ Die Argumentation: „Die Filiale ist auch als Publikumsmagnet für die vielen kleinen, inhabergeführten Geschäft in und an der Hoheluft sehr wichtig.“ Am letzten Donnerstag kämpfte seine Fraktion auch bei der Bezirksversammlung vergeblich mit einem Dringlichkeitsantrag im „Hamburg Haus“ für die Filiale.

Ob dieser Kampf Erfolg haben wird, muss zumindest stark bezweifelt werden. Die Postbank als Filialen-Betreiber begründet die geplante Schließung mit „Veränderungen des Marktes und des Kundenverhaltens“. Durch die zunehmende Digitalisierung würden daher Produkt- und Serviceangebote verändert. Stattdessen verweisen die Verantwortlichen auf umliegende Filialen am Klosterstern und im Eppendorfer Weg. Und speziell auf einen XXL-Kiosk an der Hoheluftchaussee 85, der ebenfalls Postleistungen anbiete.

Für Gutzeit nicht im Ansatz eine brauchbare Alternative zur bisherigen Standort: „Teilweise bilden sich dort auf dem Bürgersteig jetzt schon lange Warteschlangen, obwohl die große Filiale noch arbeitet. Wie soll das denn funktionieren. Selbst die Betreiber dieses Kioskes wollen das alles doch gar nicht.“ Ältere Menschen müssten jetzt viel weitere Wege und Wartezeiten für wichtige Dienstleistungen in Kauf nehmen.

Extrem abwerten würde die Schließung schließlich auch die Attraktivität des ganzes Stadtteils. Gutzeit: „Gerade die Geschäftsstraße Hoheluftchaussee benötigt diese gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Post. Die Filiale muss erhalten bleiben.“

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