Rainer Ponik (1962-2020). Foto: HFV
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Rainer Ponik berichtete über 30 Jahre als Sportreporter für das Elbe Wochenblatt, am 21. November ist er mit nur 58 Jahren gestorben – ein Nachruf

Rainer Ponik war Schulsprecher und bereits in der Oberstufe, als er „Hurra, die Schule brennt“ bei einer Versammlung in der Sporthalle auflegte. Als Schüler der Mittelstufe fand ich das mächtig aufregend. Ein Aufrührer, wie man jetzt denken könnte, war Rainer allerdings nicht. Auch Jüngere behandelte der Engagierte freundlich, was damals ungewöhnlich war. Als er das Ernst-Schlee-Gymnasium mit dem Abitur in der Tasche verlassen hatte, fuhr er weiter regelmäßig mit anderen Ehemaligen in das Schullandheim nach Nieblum/Föhr.

Eines Tages traf ich Rainer in der S-Bahn, als er mir – ein wenig außer Atem, wie es seine Art war– zwischen Altona und Othmarschen berichtete, dass er mit einigen Freunden die Sportberichterstattung im Elbe Wochenblatt übernommen habe. Er würde sich bald bei mir melden, es sei sehr viel zu tun. Bald sah ich, was Rainer gemeint hatte. Im Schreinerweg in Lurup hatten er und einige andere Studenten ein Büro gemietet, wo am Sonntagabend die Informationen von Hamburgs Amateurfußballplätzen zusammenliefen. Als Rainer eines späten Sonntagnachmittags wegen einer Fahrradpanne Gefahr lief, den Redaktionsschluss zu verpassen, hatte zahlte sich seine Bekanntheit aus. Ein Fußballer entdeckte ihn und chauffierte ihn zu seiner Schreibmaschine.

Mehr als 30 Jahre lang berichtete Rainer Ponik von den Sportplätzen im Hamburger Westen und Süden. Ob beim Hockey bei der TG Heimfeld am Waldschlösschen oder beim Handball in der „Kersche“ – Rainer war überall dabei. Das Fahrrad hatte er mittlerweile gegen ein Auto getauscht, er war Lehrer geworden und hatte in Ochsenwerder eine Familie gegründet – aber in der Redaktion konnten wir uns immer auf Rainer verlassen. Jahrelang organisierte der bestens Vernetzte die Sportlerehrung im Hamburger Westen. Moderator war dann oft sein jüngerer Bruder Holger, der am Mikrofon von NDR 2 bekannt wurde.

Rainers Vater war Fußballtrainer beim SC Nienstedten, sein Sohn war am Quellental ebenfalls Übungsleiter. Beim BSV 19 und dem SV Osdorfer Born trainierte er , soweit mich meine Erinnerung nicht trügt, Frauenfußballteams, später gründete er beim SC Vier- und Marschlande die Mädchenfußballabteilung. Seit 2002 war er dort Abteilungsleiter, sechs Jahre später wurde er mit dem Ehrenamtspreis des Hamburger Fußballverbandes ausgezeichnet.

Rainer war immer für andere da, wenn er gebraucht wurde. Als ich die Nachricht von seinem viel zu frühen Tod mit nur 58 Jahren erhielt, war ich fassungslos und sehr traurig, dass ein Schleeschüler, Kollege und Sportler mit einem so großen Herzen nicht mehr unter uns ist.

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