Biotop und Baureserve: Auf einem Teil der Brünschenwiesen sollen Schulgebäude entstehen. Foto: mg

Gaby Pöpleu, Rissen

Die Brünschenwiesen sind Naherholungsgebiet und Naturoase für viele Tiere und Pflanzen, gehören deshalb zu einem Landschaftsschutzgebiet. Die Schulbehörde möchte einen Teil des Geländes mit einem weitläufigen Schulkomplex bebauen (das Elbe Wochenblatt berichtete). Nach einer Anhörung der Bezirksversammlung Altona Anfang November mit Bürgern und Experten formiert sich jetzt massiver Protest: Die Bürgerinitiative „Rettet die Brünschenwiesen“ (BI RdB) ruft zur Online-Unterschriftenaktion auf der Plattform „change.org“ gegen die Bebauung auf.
Rein rechtlich darf die Schulbehörde wohl bauen, denn laut Bebauungsplan ist das 30.000 Quadratmeter große Gebiet als Schulerweiterungsgebiet ausgewiesen. Zunächst sollen ein 10.000 Quadratmeter großes Oberstufenzentrum für Stadtteilschule und Gymnasium Rissen gebaut werden, dazu Sportstätten, da die Schülerzahlen nach behördlichen Schätzungen im Einzugsgebiet um bis zu 20 Prozent steigen würden. Und: die Brünschenwiesen beherbergen laut einer behördlichen Untersuchung zwar viele geschützte Pflanzen und Tiere, seien aber für ein Naturschutzgebiet nicht wertvoll genug.

Andere Initiativen haben sich angeschlossen
Das sehen viele Bürger anders: Inzwischen haben sich die Bürgerinitiative „Klövensteen soll leben“, die Nabu-Gruppe West, die Gesellschaft für ökologische Planung und die Interessengemeinschaft Hartkrögen dem Protest der BI RdB gegen die Bebauung angeschlossen. Gegen neue Schulbauten sperrt sich die Organisationen nicht: Es gebe „alternative Standortvorschläge, die den Erhalt des wertvollen Landschaftsschutzgebietes und gleichzeitig den geplanten Schulbau an einem anderen Standort ermöglichen“, heißt es in einer Mitteilung der BI RdB. Welche Flächen wären das? Zum Beispiel eine Teilfläche des geplanten Neubaugebietes Suurheid. Dazu hat die BI eine detaillierte Ausarbeitung auf ihrer Internetseite veröffentlicht.
Die Befürchtung: Schulbau Hamburg wolle mit einer schnellen Entscheidung noch im Dezember Fakten schaffen. „Offenbar hat man sich intern bereits ohne ernsthafte Prüfung von Alternativen auf die Fläche“ festgelegt, heißt es im Petitionstext der BI RdB.

6.806 Bürger haben online gegen Bebauung gestimmt
Inzwischen stößt die Online-Petition auf reges Interesse: Am Mittwoch hatten sich bereits 6.806 Bürger gegen eine Bebauung ausgesprochen, viele mit Begründung: „Da es auch andere geeignete Standorte gibt, ist die geplante Bebauung (…) abzulehnen“, schreibt zum Beispiel Thure Timmermann. Carola von Paczensky findet „Die Alternativvorschläge sind gut durchdacht und beeindruckend recherchiert.“ Joan von Ehren sieht den Wert der Wiesen: „Wir brauchen die seelische Erholung in dieser schönen Natur umso mehr in diesen schwierigen Zeiten.“ „Der letzte Grüngürtel vor dem Industriegebiet Wedel, bemerkt Martina Schwennicke, „Gerade eine Großstadt braucht diese Inseln.“
Die Abstimmung ist zu finden unter

https://www.change.org/p/schulsenator-ties-rabe-rot-grüner-senat-plant-bebauung-im-landschaftsschutzgebiet-rettet-die-brünschenwiesen/sign?cs_tk=ApfBGSnfGgF9LD_2v18AAXicyyvNyQEABF8BvJCZxbarE5Mg41AqUiou9QA%3D&utm_campaign=9a970718e7c242c6bc6e3e50c7df893e&utm_content=initial_v0_1_1&utm_medium=email&utm_source=aa_sign_ask&utm_term=cs

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