Reingucken kann man - von der Benutzung wird allerdings abgeraten: das vor rund 20 Jahren errichtete Toilettenhäuschen am Hellmuth-Schack-See. Foto: cvs

Bezirk hat kein Geld, um ramponiertes WC-Häuschen am Schacksee zu sanieren

Christopher von Savigny, Osdorfer Born

Das rote Toilettenhäuschen am Hellmuth-Schack-See vermittelt den Eindruck, als ob hier jemand seiner angestauten Wut freien Lauf gelassen hätte: Teure Armaturen wurden aus den Wänden gerissen, Fensterscheiben zerstört. unter mehrere Farbeimer und ein altes Fahrrad. Das Äußere ist mit Graffiti verunstaltet, in der Wand prangt ein dickes Loch. Schon seit mindestens 15 Jahren ist das öffentliche WC am Ende des Böttcherkamps außer Betrieb.

Borner Runde: „Eine Toilette wird dringend gebraucht“

 

Ein Schild, das für Verwirrung sorgt: Den Kiosk gibt es schon lange nicht mehr. Foto: cvs
Die Wärmedämmung der Außenwand wurde teilweise zerstört. Foto: cvs

 

Die „Borner Runde“ hatte sich in der Vergangenheit häufiger für eine Wiederinbetriebnahme ausgesprochen. „Eine Toilette wird dringend gebraucht“, sagt Margret Heise, Sprecherin des Stadtteilgremiums. Insbesondere, da der Bornpark stark von Spaziergängern genutzt werde. „Immer mehr Leute verrichten ihre Notdurft in den Gebüschen. Das kann kein Dauerzustand sein“, sagt Heise.
Zuständig für den Bau und den Betrieb der öffentlichen Toiletten ist seit 2017 die Stadtreinigung Hamburg. In diesem Fall jedoch nicht: „Durch die abseitige Lage ist die Toilette sehr Vandalismus-anfällig“, sagt Mike Schlink, Sprecher des Bezirksamts Altona. „Unter anderem deshalb, und weil eine vergleichsweise geringe Frequentierung zu erwarten ist, und auch dort die Unterhaltungsmittel begrenzt sind, lehnte die Stadtreinigung offenbar die Übernahme und den Betrieb der Toilette ab.“
Ändern dürfte sich an diesem Zustand in Zukunft wenig: Denn das Bezirksamt hatte in der Vergangenheit schon des Öfteren verlauten lassen, dass für derlei Investitionen kein Geld da sei. Betroffen ist davon auch das öffentliche WC am Spielplatz Bornheide, dass wegen Vandalismusschäden schon fast genauso lang (zehn Jahre) außer Betrieb ist. Aufgrund der aktuellen Spielplatz-Neuplanung wird es nun sogar ganz abgebaut: „Die zwingende Notwendigkeit einer öffentlichen Toilette auf dem Spielplatz besteht nicht mehr, da in dem naheliegenden Bürgerhaus entsprechende Sanitäreinrichtungen bestehen“, erklärt Schlink.
Ursprünglich war die Bornpark-Toilette von einem benachbarten Kiosk betreut worden. Nachdem dieser in den letzten Jahren zweimal abbrannte, fand sich kein neuer Betreiber. Die Toilette verwahrloste zusehends. Der nebenan liegende Containerbau hat im Übrigen nichts mit dem Toilettenhäuschen zu tun – er wird von einem Paddelverein genutzt.

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