Touristen, die gerne „old-school“ unterwegs sind, greifen zum analogen Stadtplan aus der Touristen-Info. Foto: cvs
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Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg. Michel, Rathaus, Elbphilharmonie und Mönckebergstraße: Eigentlich ist auf dem Stadtplan, den die Tourismusbüros hierzulande gratis an Hamburg-Gäste abgeben, alles zu sehen, was die Hansestadt so liebens- und lebenswert macht.
Wirklich alles? Die Bezirksabgeordnete Sonja Lattwesen von den Grünen ist da anderer Meinung: „Wenn man als Besucher von außerhalb den offiziellen Stadtplan von Hamburg Tourismus aufschlägt, bekommt man den Eindruck, Hamburg hört an der Norderelbe auf“, sagt die Wilhelmsburgerin.
Im Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel fordert die Grünen-Fraktion deswegen den touristischen Blick auf den Süden der Hansestadt auszuweiten. „In den vergangenen Jahren ist viel Geld in Großveranstaltungen wie Gartenschau (IGS) und Bauausstellung (IBA) geflossen“, sagt die Grünen-Politikerin. „Ziel all dieser Veranstaltungen war und ist es, die Stadtteile südlich der Elbe für die gesamte Stadt sichtbar zu machen.“
Für die Elbinsel fallen ihr spontan Spreehafen, Energiebunker, Inselpark, Heimatmuseum und das Naturschutzgebiet Heuckenlock als Sehenswürdigkeiten ein. „Diese Punkte könnte man zum Beispiel per Radtour verbinden und im Stadtplan entsprechend kennzeichnen“, findet Lattwesen.
Verantwortlich für die Gestaltung des Gratis-Stadtplans ist die Hamburg Tourismus GmbH. Die jährliche Auflage liegt bei etwa 1,4 Millionen Stück. „Die Debatte um den Stadtplan ist nicht neu“, sagt Pressesprecher Sascha Albertsen. Gerne würde das Unternehmen laut Albertsen den Radius vergrößern, doch müsse man sich auf die Bedürfnisse des typischen Hamburg-Touristen konzentrieren. „Der Durchschnittsbesucher ist zwei Tage lang in der Stadt und möchte in diesem Zeitraum die klassischen Sehenswürdigkeiten besichtigen – üblicherweise zu Fuß.“
Die Idee, eine Elbinsel-Radtour anzubieten, findet Albertsen dennoch überlegenswert. Zwar nutzen die meisten Besucher nach Angaben von Hamburg Tourismus inzwischen ihre Handy-App, aber dennoch sei die gedruckte Übersicht nach wie vor beliebt. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Besucherinteresse in diesem Jahr allerdings stark zurückgegangen. Bis einschließlich August wurden rund fünf Millionen Übernachtungen gezählt – etwa die Hälfte des Üblichen.

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