Martina von Haarten (2.v.r.) mit anderen unzufriedenen Saga-Mietern vor den Häusern in der Hasselwerder Straße. Foto: wit
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Saga reagiert trotz Mietminderungen nicht auf Beschwerden der Mieter

Wolfgang Wittenburg, Neuenfelde. Sie wohnen alle in der Hasselwerder Straße in Neuenfelde, ihre Wohnungen haben sämtlich schwere Mängel – zuständig ist immer die Saga, die aber auf Beschwerden nicht reagiert.
Die empörten Mieter – darunter sind Flugbegleiter, Versicherungsangestellte, Diplom-Physiker und Hafen-Logistiker – haben die Wohnungsmängel sorgfältig aufgelistet. Sie reichen von defekten Heizungen, morschen Dachstühlen bis hin zu Löchern im Küchenboden. Selbst die Minderung der Miete, zu diesem Schritt haben sich die 20 Neuenfelder im Februar entschlossen, führte beim Vermieter zu keiner Reaktion.
Statt dessen bekamen sieben Mieter Mieterhöhungen und durften im Saga-Mietermagazin lesen, wie „idyllisch und ländlich“ man doch in der Hasselwerder Straße wohnt. Damit scheinen aber eher die neu gebauten Reihen- und Mehrfamilienhäuser in der Nachbarschaft gemeint zu sein.
„Für mich ist es in diesem konkreten Fall nicht nachzuvollziehen, weshalb die zuständige Geschäftsstelle nicht reagiert. Ich kann mir das nur so erklären, dass dies ohne Wissen der Saga geschieht“, sagt Siegmund Chychla (Mieterverein zu Hamburg).
Eine Betroffene ist Martina von Haarten (54), die als Mediatorin den richtigen Beruf hat, um Streitigkeiten aller Art gütig und für alle Seiten zum Besten zu regeln.
Wann fing der Ärger an?
v. Haarten: „Als ich vor neun Jahren von Blankenese nach Neuenfelde zu meinem Lebensgefährten in sein 1920 erbautes und 75 Quadratmeter großes Mietshaus zog. Damals gehörten die Häuser noch der Stadt Hamburg, viele waren unbewohnt und die Saga hat diese Objekte erst vor vier oder fünf Jahren übernommen. Leider ist mein Lebensgefährte im letzten Dezember verstorben. Daraufhin habe ich das Haus als Mieterin übernommen, aber bis heute habe ich keinen Übergabevertrag …“

Welche Mängel gibt es in Ihrem Haus?
„Meine Wohnküche hatte genauso wie das Bad verschimmelte Außenwände. Nach einem Jahr wurden drei Wände durch die Saga neu gedämmt, wegen dieser Sanierung gab es prompt 30 Euro Mieterhöhung. Leider aber wurde die Westwand des Hauses nicht erneuert und ist damit genauso wie die Wände im Keller feucht.
Es gibt sichtbare Risse an Wänden und Decken und laut Schornsteinfeger Schimmel im Dachboden. Die Heizungsanlage funktioniert nicht. Wenn ich den Thermostat auf 30 Grad einstelle, dann erreiche ich mit viel Glück 16 Grad Raumtemperatur. Couch, Möbel und Bilder werden feucht und scheckig. Eine neue Therme würde laut Fachmann mit Einbau 4.000 Euro kosten, aber das ist der Saga wohl zu viel.“
Was haben Sie unternommen?
„Ich habe die Saga schriftlich informiert und, weil daraufhin leider nichts passiert ist, immer wieder bei der Saga angerufen. Leider gab es nie eine Terminabstimmung, so dass bis heute kein Experte bei mir vor Ort war. Im Februar habe ich dann meine Miete gesenkt, um 30 Prozent wegen der defekten Heizung.“
Was wünschen sich die Mieter der Hasselwerder Straße von der Saga?
„Ich fühle mich hier wohl und möchte hier gerne wohnen bleiben. Momentan zahle ich eine Quadratmetermiete von 7.45 Euro für ein völlig unsaniertes Haus von 1962. Türen, Decken und Böden müssen dringend saniert werden! Ich hoffe auf eine vernünftige Mietregelung und ich hoffe auch auf eine bessere Kommunikation mit der Saga . Ich bin gerne bereit, meinen Teil dazu beizutragen.“

Das sagt die Saga
Saga-Sprecher Gunnar Gläser kommentiert: „Der zuständigen Saga-Geschäftsstelle liegen Beschwerden von Mieterinnen und Mietern über Baulärm im Bereich der Hasselwerder Straße vor. Diese beziehen sich zum Teil noch auf Baumaßnahmen an der benachbarten Fisch-Schleuse, einem Projekt der ReGe Hamburg im Rahmen des Süderelbefonds.
Darüber hinaus kommt es durch die Neubauvorhaben zum Teil zu unvermeidbarer Geräusch- und Staubentwicklung. Die betroffenen Mieterinnen und Mieter haben alle ein Schreiben erhalten, in dem wir sie bitten, uns detailliertere Angaben zu den Zeiträumen und Beeinträchtigungen zu machen. Diese Angaben sind bisher von keinem der betroffenen Mieter vorgelegt worden. Sobald uns diese Angaben zugehen, werden wir alle Ansprüche selbstverständlich im Einzelfall prüfen.“

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