Die Gestaltung der fensterlosen Nordwand hatte damals 80 Tage in Anspruch genommen. Als weltweit höchstes (nicht größtes!) Graffito landete das Kunstwerk im Guinness-Buch der Rekorde. Foto: cvs
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Nach Aus für Born-Graffito: Künstler planen bereits ein neues Wandbild. Ein Interview

Seit nunmehr 18 Jahren bildet die Stirnwand der Hochhauszeile am Immenbusch einen Hingucker im Osdorfer Born: Im Auftrag der Saga hatten damals die beiden Brüder Aimal und Lemar Jahed (Künstlernamen „Nulon“ und „Fusion“) ein 13 mal 42 Meter großes Graffito an die Hauswand gesprüht. Nun soll das Bild der Sanierung zum Opfer fallen (das Elbe Wochenblatt berichtete). Was sagen die Künstler dazu? Gibt es womöglich neue Pläne? Das Elbe Wochenblatt sprach mit Aimal Jahed („Nulon“), der heute 41 Jahre alt ist.

Elbe Wochenblatt: 18 Jahre sind eine lange Zeit – Sie beide waren damals junge Männer! Sind Sie eigentlich immer noch als Graffiti-Künstler unterwegs?
Nulon: Ja, sicher! Ich arbeite weiterhin als freier Graffiti-Künstler, habe aber inzwischen auch eine Werbeagentur, um finanziell über die Runden zu kommen. Mein Bruder hat zwischenzeitlich was ganz anderes gemacht und Maschinenbau studiert. Aber er will jetzt auch wieder einsteigen!

Sie haben damals unglaublich viel Zeit und Energie in Ihr Wandbild investiert. Fast drei Monate hat die Arbeit im Sommer 2002 gedauert – plus zwei Jahre Vorbereitung. Was sagen Sie zu den Saga-Plänen?:
Natürlich ist es schade, aber irgendwann musste es so kommen. Immerhin hat das Bild fast 20 Jahre lang gehalten! Wir sind aber schon wieder im Gespräch wegen eines neuen Wandbilds. Ich bin da ganz optimistisch, die Saga klang sehr aufgeschlossen! Eine Entscheidung steht allerdings noch aus.

Wie sind Sie damals auf das Bildmotiv gekommen?
Ich habe mich schon immer sehr für Klimaschutz interessiert. Also auf jeden Fall viel Grün und viel Wasser: Ganz oben sieht man ein Stück Erdkugel und einen DNA-Strang, aus dem sich Tiere und Pflanzen entwickeln. Rechts davon schließt sich die Siedlung Osdorfer Born mit ihren Bewohnern an. Weiter unten kommen die menschlichen „Errungenschaften“ dazu, also Industrie, Technik und so weiter. Vielleicht wäre das ein guter Titel: Wie können Mensch, Natur und Technik im Einklang leben? Maximaler Profit darf nicht immer das Ziel sein. Das Thema ist ja nach wie vor brandaktuell!

Wie würden Sie die Wand denn heute gestalten?
Gerne wieder als Klimaschutz-Graffito, aber mit zusätzlichen Elementen. Also zum Beispiel echte Pflanzen, die die Wand hochwachsen, vielleicht auch ein echter Wasserfall – dafür müsste man natürlich eine Leitung nach oben legen. Man könnte auch eine Stelle so gestalten, dass sie sich als Leinwand für Open-Air-Kino eignen würde. Darauf könnte man zum Beispiel Dokumentationen zum Thema Natur und Umwelt projizieren. An Ideen herrscht auf jeden Fall kein Mangel!

Die „Graffiti-Brothers“ im Internet: www.gbnf.de

 

Die Saga will ein neues Kunstwerk am Immenbusch

Am Immenbusch, so plant es die Saga, soll ein neues Kunstwerk entstehen, das sagte Saga-Pressesprecher Gunnar Gläser dem Elbe Wochenblatt.

Die Fassade der fensterlosen Hauswand am Immenbusch wird bekanntlich bald saniert. Laut Gläser werden die Arbeiten „voraussichtlich Anfang kommenden Jahres beginnen“. Ein Fertigstellungstermin wurde noch nicht festgelegt. Gläser weiter: „Aktuell befindet sich die zuständige Saga Geschäftsstelle unter anderem mit unserem Tochterunternehmen ProQuartier in Abstimmung, wie die Giebelseite künftig gestaltet werden könnte. Ziel ist es, dass an dieser Stelle ein neues, den Stadtteil prägendes, Werk entsteht.“

Mit den Graffiti Brothers steht die Saga im konstruktiven Austausch. Das derzeitige Wandbild solle darüber hinaus dokumentiert und bewahrt werden. Gläser: „In welcher Form dies geschehen wird, ist ebenfalls Teil der laufenden Gespräche.“ cvs

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