Gut gelaunt am Steuer: So wie diesen Fahrer kennt man die Lenker des Sammeltaxendienstes ioki im Hamburger Westen. Foto: Wolfgang Köhler/VHH
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Shuttledienst ioki gilt als Erfolgsgeschichte – Fahrer zittern dennoch um ihre Jobs

Zum Start im Sommer 2018 wurde die ioki-Flotte auf einem Parkdeck am Osdorfer Born fotografiert.Foto: Wolfgang Köhler/VHH

Wer im ioki-Sammeltaxi unterwegs ist, erlebt die Fahrer normalerweise als freundliche Zeitgenossen. In den vergangenen Wochen lenkten die Fahrer ihr E-Autos allerdings mit sorgenvoller Miene durch den Hamburger Westen. Im Elbe Wochenblatt verriet einer der Chauffeure, warum.

„Man hat uns im September gesagt, dass bald eine Entscheidung fallen wird, ob unsere Verträge über das Jahresende hinaus verlängert werden. Als die auf sich warten ließ, informierte man uns, dass wir uns vorsorglich arbeitslos melden sollten. Die Laune war natürlich im Keller“, so ein Fahrer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Gerade für Senioren ein Segen
Klaus Wicher,
Sozialverband, über ioki

Bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH), wurden im Juli 2018 immerhin 50 Fahrer eingestellt, das Angebot läuft so gut, dass es auf andere Teile Hamburgs ausgeweitet wurde. Steht ioki im Hamburger Westen dennoch vor dem Aus? „Nein, das kann ich nicht bestätigen“, sagt VHH-Pressesprecherin Christina Sluga. „Im Gegenteil: Die Verlängerung der Frist läuft gerade und soll am 28. Oktober von unserem Aufsichtsrat endgültig entschieden werden.“

Es hängt offenbar am Geld vom Senat, das gebraucht wird, um den Shuttledienst im Westen fortführen zu können. Seit der vergangenen Woche ist nun klar, dass die Stadt in den kommenden Jahren trotz der Pandemiefolgen die Ausgaben für Verkehr nicht einschränken, sondern sogar erhöhen will.

Zwischen Osdorf, Lurup und Flottbek werden das viele Fahrgäste gerne hören. Der Hamburger Vorsitzende des Sozialverband Deutschland, Klaus Wicher, macht deutlich: „Vor allem für Senioren, die mehrmals in der Woche zum Arzt müssen und auch noch sonst am Leben teilnehmen wollen, sind die Zubringer ein Segen, denn sie bedeuten vor allem Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Sollten diese Angebote eingestellt werden, sind vor allem die Älteren im Hamburger Westen wieder deutlich stärker von der Unterstützung durch andere abhängig.“

Wicher, der in Lurup lebt, lobt, dass Fahrgäste, die nicht mehr so mobil sind, zum HVV-Tarif befördert werden. Er warnt: „Wenn es dieses Angebot nicht mehr gibt, müssen Senioren mit wenig Rente mehr dafür ausgeben, zu dem nächsten Bahnhof zu kommen – und sich gezwungenermaßen an anderer Stelle noch mehr einschränken.“

Der Nahverkehr müsse auch wegen des Klimaschutzes attraktiver werden, damit möglichst viele Menschen das Auto stehen lassen. „Auch dazu tragen die Shuttle-Busse bei“, so Klaus Wicher.

>> ioki.com

 

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