Anzeige


Neue Regeln: Private und öffentliche Treffen eingeschränkt,
Laternenumzüge abgesagt, aber: Schulen bleiben offen

Gaby Pöpleu, Hamburg

Die zweite Welle schwappt über Hamburg: Im Sieben-Tage-Durchschnitt stecken sich täglich mehr als 97,5 Menschen je 100.000 Einwohner neu mit dem Virus an (Stand Montag), 339 Neuinfektionen gab es am Sonntag, die Kurve zeigt steil nach oben. Ursache sind diesmal nicht Urlauber, auch in Schulen gibt‘s recht wenig Ansteckung, sondern das kühle Herbstwetter, stellt der Senat in einer Mitteilung fest: Die Menschen hielten sich häufiger in geschlossenen, nicht genug gelüfteten Räumen auf.

Der Schulsenator hält es immer noch nicht für nötig, einen Stufenplan vorzulegen
Birgit Stöver,
Bürgerschaftsabgeordnete (CDU)

Seit Montag gelten deshalb neue Coronaregeln. Es dürfen sich nur noch bis zu zehn Menschen aus höchsten zwei Haushalten treffen. Das gilt überall: zuhause und an öffentlichen Orten wie Kinos, Restaurants und auch draußen. Zu allen anderen muss 1,5 Meter Abstand gehalten werden.

Ausnahmen für Kinder und enge Familienangehörige

Ganz offensichtlich will die Stadtregierung aber diesmal mit Augenmaß vorgehen. Es gibt Ausnahmen zur Abstandsregel: Kinder unter zwölf Jahren müssen sich in Wohnräumen, zum Beispiel beim Kindergeburtstag, nicht daran halten, alle Haushaltsangehörigen und andere direkte Familienmitglieder auch nicht. Aber auch für Familien gilt: Maximal zehn Personen dürfen sich nahe kommen.

Im übrigen bleiben Maskenpflicht an bestimmten Orten (Geschäfte, Bus und Bahn, Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, öffentliche Gebäude überall, wo es eng wir, einzelne Straßen und Plätze) und Sperrstunde (von 23 bis 5 Uhr) vorerst bestehen. Es ist davon auszugehen, dass weitere Einschränkungen zu erwarten sind.

Traurig für kleinere Kinder und ihre Eltern: Laternenumzüge werden zum größten Teil ausfallen. Die städtischen Elbkinder-Kitas werden keine veranstalten, gab Elbkinder-Sprecherin Katrin Geyer bekannt. Denn dabei gebe es zu viele Kontakte. Möglich bleiben aber Lichterfeste oder kleine Umzüge auf dem Kita-Gelände.

In den 185 Elbkinder-Kitas werden rund 31.000 Kinder betreut. Ob in den Grundschulen Laternenumzüge stattfinden, war bei Redaktionsschluss von Seiten der Schulbehörde noch nicht geklärt. Viele Umzüge, die sonst auf dem offiziellen Stadtportal hamburg.de aufgelistet sind, wurden aber schon abgesagt. Mit Schulschließungen im Frühjahr muss aber kurzfristig wohl nicht gerechnet werden.

In seltener Einmütigkeit nehmen Linke und CDU Elternbefürchtungen auf und fordern Pläne von der Schulbehörde. Birgit Stöver (CDU) klagt, der Schulsenator „hält es immer noch nicht für nötig, einen Stufenplan vorzulegen“, wie ihn andere Bundeländer längst hätten.

Sabine Boeddinghaus von der Linken findet Senator Rabe „zu zögerlich“, fordert coronasichere Schulkonzepte. Schulsenator Ties Rabe will sich unterdessen des Schulbetriebs wohl nicht auf Grenzwerte festlegen und mögliche Einschränkungen flexibel handhaben.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here