samt zehn Millionen Euro saniert. Foto: pr
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Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg.

Es soll größer, schöner und moderner werden. Für knapp zehn Millionen Euro wird das Museum Elbinsel Wilhelmsburg von Grund auf saniert. Unter anderem neue Heizungen, Fenster und Toiletten sollen eingebaut werden – und eine neue Ausstellung zum Thema Sturmflut soll entstehen. Doch die Bauarbeiten, die im Februar dieses Jahres beginnen sollten, haben noch gar nicht angefangen.
Schon längst ist klar, dass der geplante Zeitpunkt der Wiedereröffnung (Februar 2022) nicht eingehalten werden kann. „Ein genauer Termin zum Start der Sanierung lässt sich leider derzeit noch nicht nennen“, sagt Claas Ricker, Sprecher der bauverantwortlichen Finanzbehörde. Die Stadt gehe von einer Bauzeit von 24 Monaten aus.
Ursprünglich wollte der ehrenamtlich betriebene Museumsverein das Haus wie gehabt weiterführen – auch nach der Sanierung. Doch daraus wird nun nichts: Denn der Bund, der insgesamt 1,8 Millionen Euro zur Renovierung beisteuert, fordert im Gegenzug einen sogenannten „Museumsvollbetrieb“.
Das bedeutet: Das Elbinselmuseum, das bislang nur sonntags und nach Vereinbarung geöffnet hatte, wird künftig an mehreren Tagen pro Woche Einlass gewähren. Weil die Vereinsmitglieder das alleine nicht schaffen (s. Interview), soll diese Aufgabe künftig das Bezirksamt Mitte übernehmen.
Aktuell gibt es von dort allerdings nur vage Auskünfte. So scheint im Moment noch nicht festzustehen, ob für den Besuch des Museums künftig Eintritt erhoben wird – bislang war der Zugang immer gratis gewesen. „Diese Frage kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden, da das Betriebs- und Bewirtschaftungskonzept noch erarbeitet wird“, sagt Amtsprecherin Sarah Kolland.
Auch die Frage, woher in Zukunft die Besucher kommen sollen, darf wohl gestellt werden. Schließlich liegt das Elbinselmuseum (Adresse: Kirchdorfer Straße) nicht gerade in einer Gegend, in der es von Laufkundschaft wimmelt.
Besitzer der Museumssammlung bleibt weiterhin der Verein „Museum Elbinsel Wilhelmsburg“, der zurzeit rund 340 Mitglieder hat. Nach Auskunft der Vereinsaktiven soll das Denkmal für die Opfer der Sturmflut von 1962 – eine wellenförmige Edelstahlkonstruktion, die bislang am Reiherstieg-Hauptdeich zuhause war – nach der Sanierung in die Kirchdorfer Straße umziehen

Drei Fragen an Gerd Nitzsche, 1. Vorsitzender des Museumsvereins

Der Bezirk Mitte als neuer Museumsbetreiber – wurden Sie von diesen Planungen überrascht?
Gerd Nitzsche: Nein, gar nicht. Schließlich sind wir vom Verein selbst an das Bezirksamt herangetreten, nachdem klar wurde, dass wir den Betrieb nach der Sanierung nicht alleine würden stemmen können. Selbst die zunächst geplanten drei Öffnungstage pro Woche wären für uns nicht zu schaffen gewesen – wir machen das ja alle ehrenamtlich. Man hätte Personal einstellen müssen, wofür der Verein kein Geld hat.

Der Verein bleibt zwar Eigentümer der Museumssammlung. Auf der anderen Seite haben Sie keinen Einfluss mehr auf die Gestaltung der Ausstellungen – so sieht es zumindest aus. Stimmt dieser Eindruck?
Wir werden weiterhin in die Umbauplanungen einbezogen. Auch, was die Form der Ausstellung angeht, bleibt unsere Expertise sicherlich gefragt. Etwas Besseres als eine Kooperation mit dem Bezirksamt hätte uns nicht passieren können.
Durch das ganze Hin und Her ist viel Zeit vergangen. Die Bauarbeiten, die eigentlich im Februar starten sollten, sind noch gar nicht losgegangen. Mit welchem Zeitrahmen rechnen Sie jetzt?
Nachdem uns der Bezirksamtsleiter sein Okay gegeben hat, muss er jetzt dringend den Förderantrag an den Bund rausschicken.
Ohne diese Förderung läuft bei uns gar nichts. Ursprünglich wollten wir zum 50. Jahrestag der Flutkatastrophe wieder aufmachen, also am 17. Februar 2022. Inzwischen tippe ich eher auf 2024.

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