Droht jetzt wieder eine Vollsperrung? Foto: mag
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Andreas Göhring, Hausbruch. Die Baukosten haben sich nahezu verdreifacht, ein Ende der Bauarbeiten ist nicht abzusehen, dazu jede Menge Pleiten, Pech und Pannen. Das Desaster hat einen Namen : Ehestorfer Heuweg.
Der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) hat offenbar die Kontrolle über die Baumaßnahme verloren und fängt jetzt für den restlichen Bauabschnitt mit der Planung ganz noch einmal ganz von vorne an. Jetzt droht sogar eine Vollsperrung. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll hervor.
Schon 2005 verkündete die Stadt ihre Absicht, die wichtige Straßenverbindung zwischen den niedersächsischen Nachbargemeinden und dem Zentrum von Neugraben mit seinen attraktiven Einkaufsmöglichkeiten zu sanieren. Doch rund zehn Jahre später, als endlich mit den Bauarbeiten begonnen worden war, knallte es gewaltig: ein Stollen des 1922 geschlossenen Braunkohlebergwerks Robertshall stürzte ein. Ob dieser Stollen bei den Planungen schlicht übersehen worden war oder ob die Bauunterlagen nicht korrekt waren, ist bis heute nicht abschließend geklärt.
Die nächste Überraschung: Nicht nur am Ehestorfer Heuweg, sondern auch rundherum wohnen Menschen, die auf die Straße angewiesen sind. Der LSBG wird das wahrgenommen, aber für nicht so wichtig gehalten haben. Erst nach heftigen Protesten willigte der Landesbetrieb ein, den Verkehr im Blockbetrieb am jeweiligen Baufeld vorbeizuschleusen. Das machte alles komplizierter, führte zu Verzögerungen und massiven Kostensteigerungen. Damit konnte der LSBG einen Teil der Schuld am Desaster den aufmüpfigen Bürgern in die Schuhe schieben.
Doch es gab noch mehr Pannen. So musste die Buswendeanlage „aufgrund der Anforderungen der Hamburger Hochbahn AG“ umgestaltet werden. Und auch die Regenwasserkanäle mussten mehrfach verändert werden.
Überraschungen könnte es auch beim letzten Bauabschnitt geben. Der LSBG hält nämlich eine öffentliche Informationsveranstaltung wegen der „derzeitigen Corona-Epidemie nicht für sinnvoll“. Die Anwohner sollen über die Planungen nun „zeitnah“ schriftlich informiert werden.

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