Anne Rehberg organisiert bundesweit Veranstaltungen. Foto: archiv
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Der Winterdom ist bereits abgesagt, ob und in welcher Form in Hamburg Weihnachtsmärkte stattfinden, bleibt unklar. Vor Marktbeschickern und Händlern türmen sich wirtschaftliche Probleme, Existenzen stehen auf dem Spiel. Im Wochenblatt-Interview nimmt Eventmanagerin Anne Rehberg (WAGS Hamburg) Stellung.

In Hamburg droht eine Absage der Weihnachtsmärkte. Wie bereiten sich Marktbeschicker auf dieses Szenario vor?
Rehberg: Die Märkte waren die Hoffnung, nach vielen Monaten endlich wieder an den Start zu gehen und das Schicksal in die eigenen Hände nehmen zu können.
Ich denke, niemand hat wirklich mit einer Absage gerechnet. Die Verzweiflung ist schon sehr groß, denn die meisten Kollegen befinden sich seit April im Berufsverbot.

Wie können Marktbeschicker und Händler die Corona-Krise überstehen? Gibt es finanzielle Zuschüsse?
Die Stadt Hamburg hatte Flächen zur kostenlosen Nutzung für Schausteller freigegeben. Das hat für einige wenige die Situation etwas verbessern können. Vielen unserer Mitglieder konnte das nicht helfen- siehe Aale Dieter und Co. Unterstützung gibt es, genau wie für alle anderen Gewerbetreibenden. Pech nur, wenn man als Soloselbstständiger unterwegs ist. Da kam bisher nichts an. Das zweite Überbrückungshilfsprogramm ist an Steuerberater gekoppelt. Soweit in Ordnung. Allerdings schreiben die erst einmal auf, welche Kosten auf einen zukommen. Ich kenne niemand, der weniger als 1500 Euro für die Prüfung der Berechtigung hätte zahlen sollen. Schwierig, wenn dann keine Förderung zustande kommt, warum auch immer.
Unser Bundesverband – der Bund Deutscher Marktkaufleute und Schausteller – hat auf Bundesebene und Landesebene Gespräche geführt und Punkte zu wirklichen Unterstützung aufgezeigt und Forderungen formuliert. So kann Hilfe wirklich ankommen.
Der Abbau von bürokratischen Hürden hätte den ganzen Programmen vorangehen müssen.

Sind Weihnachtsmärkte ohne Alkoholverkauf für Sie vorstellbar?
Vorstellen kann ich mir alles. Entscheidend sind die Rahmenbedingungen. Veranstaltungen kosten Geld, egal ob mit oder ohne Alkohol.
Allerdings, und das gehört zur Wahrheit dazu, kommen die Menschen zu einem Weihnachtsmarkt wegen der typischen musst haves. Bratwurst, Glühwein, Schmalzkuchen Mandeln. Wenns noch ein Karussell, Programme, Geschenkartikel und das richtige Ambiente gibt, wird’s perfekt. Diese Frage müsste man auch für sonstige Veranstaltungen stellen.

In den vergangenen Wochen durften einzelne Stände an verschiedenen Orten in der Stadt aufgebaut werden. Sollte man diese Aktion weiter ausbauen, um den Standbetreibern wenigstens (geringe) Einnahmen zu ermöglichen?
Ich denke, das wird zur Zeit die einzige Möglichkeit sein. Hier werden wir eng mit den Bezirken zusammenarbeiten.

WAGS Hamburg

ist die Event GmbH des Landesverbandes des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg e.V. (LAGS). LAGS vertritt die Interessen der Hamburger Schausteller, Händler und Marktbeschicker.

 

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