In der Denickestraße gibt es zur Zeit keinen Radweg mehr - dafür wird die ganze Straße bald zur Veloroute. Foto: sl
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Noch haben es Radfahrer hier schwer: Tempo 30 wird kaum eingehalten, Schulkinder sind gefährdet – doch bis Frühjahr 2021 wird dieser Bereich zur Veloroute umgebaut

Sabine Langner, Harburg

Edith Kreetz (Name der Redaktion geändert) macht sich Sorgen. Die 70-Jährige wohnt in der Denickestraße und beobachtet jeden Tag, Kinder auf dem Weg zur Schule, die mit dem Fahrrad auf der Straße fahren müssen, weil der alte Radweg abgebaut wurde. Besser wird es ab dem Frühjahr. Bis dahin wird die Denickestraße zu einer Fahrradstraße umgebaut, auf der Radfahrer Vorrang haben (siehe Infotext).

Derzeit hat die Rentnerin ein weiteres Problem ausgemacht: „Viele Autofahrer halten sich nicht an die Tempo-30 Geschwindigkeit. Darum sollte sich die Polizei mal kümmern.“

Polizei sieht keine Unfallschwerpunkte

Einen Grund zur Besorgnis sieht die Polizei allerdings nicht. Ralf Geißler, Leiter Prävention und Verkehr am Polizeikommissariat PK 46, sagt, dass sowohl in der Denickestraße als auch in der Triftstraße in der Nähe des Heisenberg-Gymnasiums in unregelmäßigen Abständen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt würden. Unfallschwerpunkte hat die Polizei hier bisher nicht festgestellt.

Auch bei der Sorge um die Kinder auf der Straße versucht Ralf Geißler zu beruhigen. Die gesamte Denickestraße ist eine Tempo-30-Zone. In ganz Hamburg werden in diesen Zonen die Radwege zurückgebaut. „Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit ihren Rädern den Gehweg benutzen. Dies gilt auch für die Aufsichtspersonen, die Kinder bis zum achten Lebensjahr begleiten“, erläutert der Polizeibeamte.

Damit es auch klappt, kontrolliert der zuständige Stadtteilpolizist nahezu täglich, ob die Autos ordnungsgemäß parken, oder ob sie den Gehweg behindern. Wer sieht, dass die Autos den Gehweg zuparken, könne sehr gern die Polizei unter 110 anrufen.

 

Veloroute 11

Am 19. Oktober hat der Ausbau der Veloroute 11 im Bereich der Denickestraße zwischen Gazertstraße und Weusthoffstraße begonnen. Der Abschnitt der Denickestraße wird Harburgs erste Fahrradstraße.

Zwei Sperren werden Durchgangsverkehr auf der Denickestraße aus dem Quartier heraushalten: auf Höhe der Gazertstraße ist eine Diagonalsperre geplant, auf Höhe des Wilhelm-Busch-Weges ist eine Wendekehre vorgesehen. An Einmündungen werden Bordkanten angepasst, wodurch zum Beispiel die Fahrradstraße Vorfahrt bekommt. Auch einige Parkplätze werden neu gebaut.
Der in Resten noch vorhandene Radweg auf dem nördlichen Gehweg wird entfernt. Stattdessen wird die gesamte Fahrbahn zum Radweg: als Fahrradstraße hat der Radverkehr auf der Denickestraße Vorrang. Was ändert sich für Anlieger?

Durch die geplante Beschilderung „Fahrradstraße“ mit dem Zusatz „Anlieger frei“ ist sichergestellt, dass alle Anlieger ihre Grundstücke auch weiterhin erreichen können.

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