Polizisten kontrollierten auf der Reeperbahn die Einhaltung der Sperrstunde. Nur in einem Club, wo 90 Partygänger nach 23 Uhr im Keller tanzten, gab es gravierende Verstöße. Foto: Andre Lenthe Fotografie
Anzeige


Corona-Pandemie: Weitere Einschränkungen drohen –
persönliche Kontakte reduzieren, Abstands- und
Hygieneregeln einhalten

Olaf Zimmermann, Hamburg

Die Zahl der mit dem Corona-Virus Infizierten klettert weiter. Bei der Zahl der Neuinfektionen vermeldet das Robert Koch Institut regelmäßig neue Höchststände. Inzwischen gilt auch Hamburg als Risikogebiet, was weitere Einschränkungen im Alltag zur Folge hat. Mehr denn je ist nun Solidarität gefragt. Die Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln, das Tragen der Masken, das Verzichten auf Feiern und auf Reisen kann dazu beitragen, dass Schulen und Betriebe weiter offen bleiben können. „Die persönlichen Kontakte müssen auf ein Minimum reduziert werden“, mahnt Bürgermeister Peter Tschentscher.

Der Senat hatte bereits am Freitag – bevor Hamburg zum Risikogebiet wurde – die Corona-Regeln verschärft: Feierlichkeiten im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis außerhalb des eigenen Wohnraums sind nur noch mit bis zu 25 Personen zulässig. Private Feierlichkeiten im eigenen Wohnraum sind mit höchstens 15 Personen erlaubt. In der Gastronomie wurde eine Sperrstunde eingeführt. Zwischen 23 und 5 Uhr müssen Kneipen und Restaurants geschlossen bleiben. Ob Sperrstunden gegen die Ausbreitung der Pandemie helfen, ist umstritten. In Hamburg hat das Oberverwaltungsgericht die Regelung nicht beanstandet.
Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze sind im Freien nur noch mit bis zu 100 Teilnehmern, in geschlossenen Räumen mit bis zu 50 Teilnehmern zulässig. Wird Alkohol ausgeschänkt, reduziert sich die zulässige Teilnehmerzahl um die Hälfte.

In Berufsschulen und Oberstufen müssen auch im Unterricht Masken getragen werden. Eine Ausweitung auf weitere Klassenstufen ist möglich. In allen Klassenzimmern muss alle 20 Minuten stoß- und quergelüftet werden. Alle Schulbeschäftigten können sich bis zu den Winterferien erneut bis zu drei Mal kostenlos auf Corona testen lassen.

Als ausgewiesenes Risikogebiet (mehr als 50 Infizierte auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) drohen in Hamburg weitere Verschärfungen der Corona-Regeln. So stehen Weihnachtsmärkte, der Winterdom und der Fischmarkt vor dem Aus. Feiern im privaten und öffentlichen Raum können auf maximal zehn Personen beschränkt werden. Auch bei Zuschauerzahlen im Sport (insbesondere bei Hallensportarten) kann es neue Einschränkungen geben.

Der Senat will aber trotz Überschreiten der 50er-Grenze erstmal beobachten, ob die am Wochenende getroffenen Regeln greifen. „Wir schauen uns das erst einmal zehn Tage an“, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Montag auf NDR 90,3.

 

Hintergrund

Nach Auskunft des Robert Koch Instituts treten Corona-Infektionen vor allem im Zusammenhang mit Feiern in Familien- und Freundeskreisen, in Betrieben, sowie auch wieder in Alten- und Pflegeheimen auf. Es gibt aber auch kleinere Ausbrüche in Krankenhäusern oder nach Gottesdiensten.
Die Erkrankungen von älteren Menschen nehmen wieder zu, es werden vermehrt Betten in Krankenhäusern benötigt.

 

Was tun bei Corona-Verdacht?

Erste Anlaufstelle für Menschen mit Symptomen wie Fieber, Husten, Atemwegsbeschwerden oder dem Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns ist der telefonische Kontakt zum Hausarzt.

Bei schweren Erkältungssymptomen und allen anderen Erkrankungen, die eine dringende ärztliche Behandlung oder Beratung erforderlich machen oder wenn sie keine Praxis aufsuchen können, einfach den Arztruf Hamburg anrufen: 116117.

Der Hausarzt oder der Arztruf entscheiden, ob ein Test durchgeführt werden soll. Dort erfahren Sie auch, wie Sie das Testergebnis erhalten. Ein Test wird in den folgenden Fällen durchgeführt:

Symptome: Wenn Sie akute Krankheitsanzeichen wie etwa Kurzatmigkeit oder Atemnot haben (Erkrankung der Atemwege) und/oder den Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns feststellen oder
Kontakt: Wenn Sie in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu jemandem hatten, bei dem das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde und sie bei sich Corona typische Symptomen feststellen oder
Pflegeeinrichtung/Krankenhaus: Wenn es Hinweise auf eine durch ein Virus verursachte Lungenentzündung gibt und ein Zusammenhang mit einer Häufung von Lungenentzündungen in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus besteht.

Ist ein Test gemacht worden, sollten bis zum Erhalt des Ergebnisses dringend Kontakte zu anderen vermieden werden und wenn irgend möglich das zu Hause nicht verlassen werden.

Personen, die keine Symptome haben, aber Kontakt zu bestätigt Corona-Erkrankten hatten, melden sich beim zuständigen Gesundheitsamt ihres Bezirks oder bei der Corona-Hotline der Gesundheitsbehörde unter 040/428 284 000 (Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr). An den Wochenenden ist die Hotline samstags und sonntags von 8 bis 17 Uhr erreichbar.

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here