Ein Club mit Seele: Seit 1985 gibt es Jazz im Birdland. Foto: Archiv/cv
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Seit Oktober gibt es wieder Konzerte im Birdland

Maren Langenbach, Eimsbüttel

„Wir freuen uns sehr, wieder aufmachen zu können. Endlich wieder Livemusik und endlich wieder Publikum, wenn auch nur mit einer geringeren Gästezahl“, sagt Nicolle Reichert, Inhaberin des Jazz-Clubs Birdland, der, wie zig andere Clubs der Hansestadt, coronabedingt über Monate geschlossen bleiben musste.

Wirtschaftlich müssen wir schauen, wie es sich alles entwickelt über die nächsten
Wochen und auch, wie die Pandemie
weitergeht
Nicolle Reichert,
Birdland-Betreiberin

Zusammen mit Ehemann Wolff, hauptberuflich Musiker, und Geschäftspartner Julius Horn, Inhaber des Freundlich und Kompetent in Barmbek, betreibt sie den Club in der Gärtnerstraße 122. In normalen Zeiten passen rund 150 Gäste rein, in Zeiten der Pandemie sind derzeit nur 30 Musikfans erlaubt.

Aber die konnten die Wiedereröffnung offenbar kaum erwarten. Das Konzert von Jazz-Legende Ken Norris, mit dem die drei Inhaber nach monatelanger Zwangspause und einem überstandenen Wasserschaden in die neue Saison starteten, war im Handumdrehen ausverkauft.

Wer kein Ticket für die Konzerte ergattert, die nun jeden Freitag und Sonnabend stattfinden sollen, für den haben sich die Club-Betreiber eine Alternative überlegt: „Wir planen, an den Konzertabenden die Konzerte auch live zu streamen, damit noch mehr Menschen in den Genuss der Musik kommen“, so Nicolle Reichert.

Zum Hygienekonzept im Club gehört neben dem üblichen Hände und Oberflächen desinfizieren, ausreichendem Lüften und sowie dem Tragen der Maske auf den Laufwegen auch ein neuer Bedienservice am Tisch. „So stellen wir sicher, dass sich keine Schlange vor dem Tresen bildet. Jeder Gast bekommt einen festen Sitzplatz zugewiesen, außerdem ist das Tanzen untersagt“, so Reichert.

„Wirtschaftlich müssen wir schauen, wie es sich alles entwickelt über die nächsten Wochen und auch, wie die Pandemie weitergeht.“ Coronasoforthilfe vom Bund sowie Spendengelder, gesammelt über das Clubkombinat, halfen dem Inhaber-Trio, neben dem Einkommen durch ihre Hauptberufe, den Laden zu erhalten.

„Wir planen von Monat zu Monat und versuchen, positiver Dinge zu bleiben“, so Nicolle Reichert, die hauptberuflich im Marketing arbeitet. Denn das Birdland weiter am Leben zu erhalten und mit Musikliebhabern zu füllen, ist besonders für die Mutter dreier kleiner Kinder und Ehemann Wolff eine Herzensangelegenheit: „Wolffs Vater Dieter Reichert hat das Birdland 1985 gegründet, und uns ist sehr wichtig, dass das, was er aufgebaut hat, weiter geht. Damit wir viele Menschen in den Genuss von schöner Livemusik, vorzugsweise Jazz, aber auch andere Musikrichtungen, bringen können.“

❱❱ Nächstes Konzert: Judith Tellado und Paulo Pereira;
Freitag, 9. Oktober, 21 Uhr,
www.birdlandhamburg.de

Freuen sich, ihren Laden wieder öffnen zu können: Birdland-Betreiber (v. l.) Julius Horn sowie Nicolle und Wolff Reichert. Foto: pr

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