Die Gestaltung der fensterlosen Nordwand hatte damals 80 Tage in Anspruch genommen. Als weltweit höchstes (nicht größtes!) Graffito landete das Kunstwerk im Guinness-Buch der Rekorde. Foto: cvs
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42 Meter hohes Sprayer-Gemälde im Born kann wohl nicht gerettet werden

Christopher von Savigny, Osdorfer Born
Das welthöchste Graffito misst 13 mal 42 Meter und befindet sich an der Stirnwand eines Hochhauses im Osdorfer Born: Im Auftrag der Saga hatten im Jahr 2002 die beiden Brüder Aimal und Haris Jahed (Künstlernamen „Nulon“ und „Fusion“) die Gebäudewand besprüht. Doch nun ist für das großflächige, in grünen und blauen Tönen gehaltene Bild – das Motiv kann man ganz grob als „Beziehung zwischen Mensch und Natur“ bezeichnen – offenbar das Ende gekommen. Denn zurzeit werden die Häuserfronten des betroffenen Wohnblocks umfassend saniert – die Graffito-Fassade im Immenbusch 33 ist praktisch das letzte Stück Hochhaus, das noch nicht eingerüstet ist.

 

23.000 Euro hatte das Graffito 2002 gekostet

Die Saga sieht aktuell keine Möglichkeit, das Kunstwerk in seiner jetzigen Form zu erhalten: „Bauphysikalisch und hinsichtlich der erforderlichen energetischen Ertüchtigung ist nach eingehender Prüfung technisch nur eine Außendämmung möglich, um den erforderlichen Wärmedämmwert zu erhalten“, sagt Saga-Sprecher Gunnar Gläser. „Eine Modernisierung des Gebäudes ist zwingend notwendig.“ Parallel überprüfe man, wie das Kunstwerk dokumentiert und archiviert werden könne.

Wer sich einmal die Zeit nimmt, das Graffito von oben nach unten genauer zu betrachten, entdeckt zunächst einen (angeschnittenen) Erdball mit viel Grün, mit Pflanzen und Tieren. Gleich daneben schließt sich die Borner Hochhaussiedlung mit ihren Multikulti-Bewohnern an. Auch der legendäre „Opa Schack“, nach dem der Schack-See benannt wurde, ist neben Borner Jugendlichen zu erkennen.

Einige Stockwerke weiter unten trübt moderne Technik das Idyll: Futuristische Rohre ragen bedrohlich ins Bild, ein Fluss verwandelt sich in einen Tornado, ein Raumschiff überfliegt die inzwischen deutlich kultiviertere Landschaft. Am Ende schließlich scheinen Mensch, Natur und Technik wieder im Einklang zu stehen. Zwecks Motivfindung hatte damals die Saga mehrere Anwohner-Workshops veranstaltet. Zahlreiche Sponsoren unterstützten das Projekt, das insgesamt 23.000 Euro gekostet hatte.

Das Wohnungsunternehmen denkt bereits über eine Neugestaltung der fensterlosen Stirnwand nach: „Aktuell befindet sich die zuständige Saga-Geschäftsstelle mit unserem Tochterunternehmen ProQuartier in Abstimmung, wie die künftige Gestaltung der Giebelseite auch unter Einbeziehung der Bewohner und weiterer Beteiligter gestaltet werden könnte. Hier gibt es allerdings noch zahlreiche zu klärende Punkte“, so Gläser.

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