Der Einsatz von Heizpilzen soll hamburgweit befristet bis Mai 2021 genehmigt werden. Foto: wikimedia / lmbuga
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Corona-Pandemie: Zahl der Infizierten steigt – Hochstapler versprechen Fernheilung

Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd

Das Corona-Virus ist weiter auf dem Vormarsch, in Hamburg stärker als im Bundesdurchschnitt. Am Wochenende gab es besonders auf St. Pauli und in der Schanze erneut viele Verstöße gegen die Corona-Regeln. Elf „Vergnügungsbetriebe“ wurden geschlossen.

Elf Vergnügungsbetriebe
wurden am Wochenende
behördlich geschlossen

Damit sich feierfreudige Zeitgenossen in den kommenden kälteren Monaten weiterhin im Außenbereich von Kneipen und Restaurants treffen können – hier ist die Infektionsgefahr deutlich geringer als in geschlossenen Räumen – möchten Gastronomen Heizpilze aufstellen. Darum hatte der Gaststättenverband bereits vor fünf Wochen gebeten.

Bezirkssenatorin Fegebank (Grüne) und Umweltsenator Kerstan (Grüne) waren einer befristeten Duldung der umweltschädlichen Wärmespender nicht abgeneigt – anders als die Bezirke Altona und Nord, in denen Grüne Bezirksamtsleiter das Sagen haben. Ob frierende Gäste auf der kalten Altonaer Seite des Pferdemarkts bald sehnsüchtig auf die Wärme des Gehwegs in Mitte blicken? Vermutlich nicht, der Senat möchte für Hamburg eine einheitliche Regelung finden und Heizpilze befristet bis Mai 2021 erlauben.

Einige Hochstapler versuchen von der Angst vor Corona zu profitieren. In Hausbriefkästen und sogar in den Wartezonen des Bezirksamtes Mitte sind Postkarten aufgetaucht, auf denen Fernheiler ihre Dienste anpreisen. „Darin wird suggeriert, dass für einen Betrag von 100 Euro per Fernheilung ein Immunschutz insbesondere gegen Corona-Viren möglich sei“, heißt es in einer Behördenmitteilung.

„Vor solchen Angeboten möchten wir eindringlich warnen“, sagt Mitte-Bezirksamtsleiter Falko Droßmann, „für diese Postkarten kann es nur eine Empfehlung geben – ab damit in den Papierkorb!“

An Hamburger Schulen waren am Freitag 41 von rund 9.500 Schulklassen in Quarantäne. Wie sollen sich Lehrer verhalten, die Fieber und Erkältungssymptome haben?

„Es gibt keine formalen Vorgaben für alle erwachsenen Beschäftigten an Schulen“, sagt Schulbehördensprecher Peter Albrecht.

„Treten konkrete Symptome auf, die in ihrer Kombination auf eine mögliche Corona-Infektion hinweisen, ist in jedem Fall der Arztruf zu kontaktieren, der nach Einschätzung der Situation eine Testung vornimmt.“

 

Aktuelle Zahlen

In Hamburg wurden in den vergangenen sieben Tagen 520 neue Corona-Infektionen festgestellt (Stand 28. September). Erst wenn es in diesem Zeitraum 900 Infizierte gibt – das entspricht einem Wert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner – muss der Senat über Beschränkungen beraten. Zur Zeit (Stand 28.09.) gibt es in Hamburg 28,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Bund: 13,4). Klettert der Wert auf 35, dürften selbst die wenigen derzeit zugelassenen Zuschauer nicht mehr in Stadien.

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