Fischbeker Reethen: So soll es hier einmal aussehen. Foto: IBA Hamburg
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Streit um die zwischen IBA und Behörden abgestimmten Ausgleichsmaßnahmen – BUND: Alles andere als vorbildlich

Olaf Zimmermann, Süderelbe

In den Fischbeker Reethen sollen 2.300 Wohnungen entstehen. Ein massiver Eingriff in geschützte Biotope. Projektentwickler IBA Hamburg hat Ausgleichsmaßnahmen erarbeiten lassen. „Wir gleichen dabei nicht nur Verluste aus, sondern schaffen auch ganz neue Qualitäten für den Naturschutz“, lobt IBA-Geschäftsführerin Karen Pein die eigenen Aktivitäten. „Das ist alles andere als vorbildlich“, kritisiert dagegen BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch.

In dem rund 70 Hektar großen Gebiet der Fischbeker Reethen ist ein gemischtes Quartier mit Wohnungen, Gewerbe südlich der Bahnlinie und viel Grünflächen geplant. Aufgrund der guten Anbindung an die S-Bahn soll das gesamte Quartier als „walkable City“ mit reduziertem Autoverkehr erschlossen werden und ein gutes Netzwerk für Radfahrer und Fußgänger bieten.

Da haben Hamburger Ausgleichsmaßnahmen nichts verloren
Manfred Braasch,
BUND Hamburg

Für das Bauvorhaben müssen Bäume und Hecken weichen, Lebensräume einiger Tierarten gehen verloren. Ausgleichsmaßnahmen sind gesetzlich vorgeschrieben. Die IBA hat, so heißt es in einer Mitteilung, „die hierfür erforderlichen Maßnahmen fachgutachterlich mit allen beteiligten Behörden ausgearbeitet und abgestimmt.“

Alle vorgesehenen Ausgleichsflächen liegen in direkter Nähe zum Bebauungsgebiet oder nah gelegen hinter der Landesgrenze. Es entstehen „positive Synergien für die Umwelt“, teilt die IBA mit.

Vom BUND wird diese Einschätzung nicht geteilt. „So soll etwa die Zerstörung von Brutrevieren des Wachtelkönigs kurzerhand überwiegend in Niedersachsen ausgeglichen werden. Und zwar in einem vorhandenen Naturschutzgebiet, in dem das Land Niedersachsen europarechtlich verpflichtet ist, Lebensräume für den Wachtelkönig zu schützen und zu entwickeln. Da haben Hamburger Ausgleichsmaßnahmen nichts verloren“, kommentiert Manfred Braasch.

„Alles andere als vorbildlich ist auch der fehlende Ausgleich für verschiedene Brutvogelarten. Hier stellt die IBA lapidar fest, die Vogelarten können ja auch woanders leben. Dabei verkennt die IBA, dass durch viele aktuelle Bautätigkeiten diese Woanders-Lebensräume immer kleiner werden. Das ist alles andere als ein konsequenter fachlicher Ausgleich für die ökologischen Schäden.“

Laut Bezirksamt wird der Bebauungsplan voraussichtlich im ersten Quartal 2022 festgestellt. Aber bereits ab dem vierten Quartal 2021 können vermutlich Vorweggenehmigungen erteilt werden.

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