Erntezeit für „Das Geld hängt an den Bäumen“. Foto: pr
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Erfolgreiches Sozialprojekt Das Geld hängt an den Bäumen

Maren Langenbach, Hamburg-West
Sie heißen „Simon“, „Samuel“ oder „Olaf“, sind geschmacksintensiv und regional produziert: Die Saftschorlen von „Das Geld hängt an den Bäumen“, einer gemeinnützigen GmbH mit Sitz in Altona. Benannt sind die Mixgetränke, die aus alten Apfelsorten sowie Johannisbeeren, Rhabarber und Mineralwasser entstehen, nach echt coolen Kerlen – nach Simon, Samuel und Olaf eben, den treuen Mitarbeitern des hanseatischen Unternehmens. Das Hauptprodukt ist aber der „Nachbars Garten“ – Apfelsaft, der aus seltenen alten Apfelsorten mit so klangvollen Namen wie Finkenwerder Pfannkuchenapfel, Juwel aus Kirchwerder oder Zitronenapfel gewonnen wird.
Die Idee für „Deutschlands sozialsten Saftladen“, wie sich die Truppe rund um Gründer Jens Schierhorn liebevoll selbst nennt, kam dem Marketingexperten bereits 2009. Ihm war aufgefallen, dass es in und um Hamburg viel Obst gibt, das auf alten Streuobstwiesen und in Gärten an den Bäumen hängt, und oft gar nicht abgeerntet wird. Damals ruft Schierhorn erstmals zu Apfelspenden auf. „Gleichzeitig wollte er Menschen, die nicht in der Mitte unserer Gesellschaft stehen, die es nicht leicht haben und durch Behinderung, den Verlust des Arbeitsplatzes oder durch Obdachlosigkeit an den Rand gedrängt werden, eine Chance geben. Ein Inklusionsprozess, der nicht nur die Einbeziehung, sondern langfristig die Integration dieser Menschen in den Arbeitsmarkt im Blick hat“, weiß Till Kelpe, seit 2015 Teil von „Das Geld hängt an den Bäumen“, und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. „Auf diese Weise werden vergessene Menschen mit vergessenen Äpfeln und Birnen zusammen gebracht – und neben leckerem Saft und Schorlen entstehen Arbeitsplätze.“
Derzeit hat das Team viel zu tun: „Wenn die Erntezeit da ist, ist es egal, ob jemand vom Team sonst die Büroarbeit macht, in unserem zweiten Standbein, dem Garten- und Landschaftsbau arbeitet, oder die Flaschen etikettiert – jeder muss mithelfen, die Ernte einzubringen“, so Kelpe. Geerntet wird auf der eigenen Plantage in Himmelpforten, auf Streuobstwiesen in und um Hamburg oder in Privatgärten, wenn Kunden ihr Obst spenden möchten, und es nicht selber pflücken und liefern können.
Verkauft werden die Produkte in einem kleinen Bereich am Standort in der Hartkortstraße 79, vom Saftmobil, das auf Wochenmärkten steht, oder die Kunden bestellen telefonisch oder online und lassen sich die Produkte liefern. Mittlerweile haben die Säfte und Schorlen schon viele Fans. Eine große Supermarktkette bietet sie an, zahlreiche Bars, Hotels und Restaurants in Hamburg haben die Getränke, die ohne Zusatzstoffe auskommen, in ihre Speisekarten aufgenommen. Der Verkaufserlös erhält die Arbeitsplätze der 20 Mitarbeiter, Überschüsse kommen sozialen Projekten zugute.
Während der Hoch-Zeit der Coronakrise trudelten mehr Bestellungen ein, viele Firmen, die das gemeinnützige Unternehmen unterstützen wollten, starteten spezielle Aktionen, in dem sie Geschenke-Kisten für ihre Kunden bestellten. „Wir bieten auch Social Days für Firmen an, gern arbeiten wir auch mit Schulen, so sehen die Kinder, woher das Obst kommt und wie man damit umgeht“, so Kelpe. „Bei uns geht es in erster Linie um Menschen. Jeder im Team ist wichtig und arbeitet so viel und so schnell, wie er kann. Nicht der Gewinn, sondern die Mitarbeiter stehen bei uns im Mittelpunkt.“
Ein weiterer Geschäftszweig von „Das Geld hängt an den Bäumen“: Der Garten- und Landschaftsbau. Dabei pflastert das Team Wege, bepflanzt Beete, mäht Rasenflächen. Stets angeleitet und ausgebildet von Fachleuten des Unternehmens. Foto: pr

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