Am Mittwoch, 30. September, wird für den Erhalt des Krankenhauses Groß-Sand demonstriert. Foto: GeorgHH/Wikimedia
Anzeige


Betriebs- und Personalräte der Elbinsel und aus dem Hafen fordern Erhalt des Krankenhauses Groß-Sand und Verzicht auf Schließung der Pflegeschule – Demo am 30. September

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg
Im Kampf für den Erhalt des Wilhelmsburger Stadtteilkrankenhauses Groß-Sand haben sich jetzt Betriebs- und Personalräte von der Elbinsel und aus dem Hafen zu Wort gemeldet. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie: „Groß-Sand muss als allgemeines Krankenhaus erhalten bleiben“ sowie „keine Schließung der Pflegeschule.“
Zu den Unterzeichnern gehören Betriebsräte namhafter Firmen wie Deutscher-Paket-Dienst (DPD) Hamburg, Hellmann Worldwide Logistics,   H&R Ölwerke Schindler, Nordische Ölwerke Walther Carroux, Eurogate Container Terminal Hamburg, Freudenberg Sealing Technologies, Hamburger Hafen und Logistik AG,  Trimet Aluminium SE-Hamburg und ArcelorMittal Hamburg – aber auch die Personalräte der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen.
Die Erklärung im Wortlaut: „Mit großer Sorge verfolgen wir die Nachrichten über eine drohende Einschränkung oder gar Stilllegung des Wilhelmsburger Krankenhauses. Groß-Sand ist nicht nur für die medizinische Grundversorgung der schnell wachsenden Stadtteile Wilhelmsburg/Veddel von großer Bedeutung. Die Region südlich der Elbe ist schon jetzt mit gerade mal drei allgemeinen Krankenhäuser für mehr als 300.000 Menschen unterversorgt und benachteiligt.
Groß-Sand, insbesondere seine Berufsgenossenschaftliche (BG) Sprechstunde, seine Notfallambulanz, die Chirurgie und die innere Abteilung, ist auch für uns in den Betrieben unverzichtbar. Bei Not- und Unfällen brauchen unsere Kolleginnen und Kollegen schnelle Hilfe. Schnelle Hilfe geht nur bei kurzen Wegen, die auch bei Sturmfluten passierbar sind.
Unfassbar finden wir die Schließung der Pflegeschule in Groß-Sand zum 30.9.20. Wir treten in unseren Betrieben nachhaltig für den Erhalt der Ausbildungsplätze auch in der Krise ein. Hier geht mit einem Federstrich trotz Pflegenotstand und Pandemie ein wertvoller, orts- und praxisnaher Ausbildungsstandort verloren.
Wenn der Eigentümer das im Wortsinn lebensnotwendige Krankenhaus vor unserer Haustür nicht erhalten kann, muss der Senat – als der politisch für die Krankenhausversorgung verantwortliche – eingreifen.“ Unterdessen läuft die von einer Initiative aus Beschäftigten, Pflegeschülern und Elbinsel-Bewohnern gestartete Unterschriften-Kampagne „Krankenhaus Groß-Sand bleibt!“ weiter. Unterschriftenlisten liegen in Geschäften, Apotheken, Arztpraxen, sozialen Einrichtungen, Sportvereinen, Kitas, Schulen aus. Bereits in den ersten Tagen wurden über 3.000 Unterschriften gesammelt.
Der Verein Zukunft Elbinsel veranstaltet am Mittwoch, 30. September, eine Demonstration für den Erhalt des Krankenhauses und der Pflegeschule. Start: 16 Uhr, Stübenplatz. Von dort geht es über die Veringstraße zum Bonifatiusplatz am Krankenhaus, wo um 17 Uhr die Abschlusskundgebung mit der Übergabe der Unterschriftenlisten stattfindet. „Bringt mit, was den Protest laut werden lässt: Pott und Pann, Pauken und Trompeten“, fordern die Veranstalter. „Bitte die Hygiene-Vorschriften beachten. Genügend Abstand und Masken nicht vergessen!“
Hintergrund
Hohe Pensionsversprechen, alte Bausubstanz und wenige Privatpatienten im Stadtteil machen das 200-Betten-Haus Groß-Sand für den Eigentümer, das finanziell klamme Erzbistum, unrentabel. Schließungspläne kursierten. Inzwischen will die Stadt die Sanierung des Krankenhauses unterstützen, wenn es gelingt, ein tragfähiges Konzept auf die Beine zu stellen. Daran arbeiten Sozialbehörde, Erzbistum Hamburg, Krankenkassenverbände, Kassenärztliche Vereinigung Hamburg und Bezirksamt Hamburg-Mitte in einer gemeinsamen Gesprächsrunde.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here