Der äußerst scheue Kiebitz verlässt sein Brutgelege, wenn er gestört wird. Foto: Katrin Habenicht/NABU Hamburg
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Initiative will Eidelstedter Feldmark besser schützen

Reinhard Schwarz, Eidelstedt
Die Eidelstedter Feldmark hat sich gerade in der Coronazeit zu einem beliebten Naherholungsgebiet entwickelt. Auch viele Hundebesitzer lassen ihre Vierbeiner zwischen Autobahn und Kieler Straße frei laufen – zum Unmut der Naturschützer. Denn die Vierbeiner stören die Bodenbrüter, die auf dem geschützten Areal im Frühjahr ihr Gelege haben. Lange Zeit trennte ein Stacheldrahtzaun die Fußwege von den Grünflächen, doch der Zaun wurde niedergetrampelt und teilweise entfernt.
Feldmark als Rückzugsraum für vielfältige Tierwelt
Nun wollen Anwohner die Feldmark schützen. Kürzlich führte Marie Teske vom Naturschutzbund (Nabu) gemeinsam mit Mitgliedern des Eidelstedter Bürgervereins durch das Areal. Teske bekräftigte, dass vor allem das Rebhuhn und der geschützte Kiebitz durch freilaufende Hunde gestört würden. Die scheuen Vögel würden deshalb das Brutgeschäft aufgeben und das Gebiet verlassen.
Anwohner fordern deshalb, dass die Vorgaben des Grünordnungsplans „Eidelstedt 31“ von 2003 konsequenter umgesetzt werden. Dort heißt es über die Eidelstedter Feldmark: „Die Fläche stellt sowohl einen wichtigen Brut- und Nahrungsraum für Vögel als auch einen bedeutenden Lebensraum für Insekten dar und ist aufgrund ihrer Bedeutung als Rückzugsraum für eine vielfältige Tierwelt zu erhalten.“
Mittlerweile hat sich auch eine Initiative namens „PRO Eidelstedter Feldmark“ gegründet, erklärte Marie Teske. Die gut vernetzte Eidelstedterin ist in Eimsbüttel nicht unbekannt: Vor Jahren wirkte sie bei der Initiative mit, die durch einen Bürgerentscheid die geplante Erweiterung des Eidelstedt Centers verhinderte. Eine verheerende Schlappe für SPD, CDU, FDP und – mit Abstrichen – die Grünen, hatten sie sich doch damals gegen den Bürgerentscheid und für die Center-Vergrößerung ausgesprochen.
Was unternehmen die Bezirkspolitiker für die Feldmark? Die in Eimsbüttel oppositionelle SPD beantragte im Regionalausschuss der Bezirksversammlung, vor den Feuchtwiesen „eine geeignete Schutzvorrichtung“ aufzustellen.
Die Eimsbütteler Regierungskoalition von Grünen und CDU unterstütze das grundsätzlich, so Sören Ehrlich (CDU): „Wir wollen als Koalition von CDU und Grünen die Eidelstedter Feldmark ebenfalls besser schützen und sind dabei, ein Konzept zu erarbeiten. Dabei müssen wir sowohl dem Naturschutz gerecht werden als auch den Erholungsbedürfnissen der Eidelstedter.“ Angedacht sei unter anderem, „einen kleineren Teil der Feldmark als Hundewiese freizugeben“.
Der grüne Fraktionschef Ali Mir Agha sagte, ein Problem seien weiterhin die Fußgänger, „die teilweise quer durch die Feldmark wandern und sich nicht an die vorhandenen Wege halten“. Weiterhin müsse der Bebauungsplan Eidelstedt 31 umgesetzt werden, „der vorsieht, einen Teil der Feldmark in einen Park zu verwandeln“. Darüber hinaus müsse „der Umgang mit der momentan im Bebauungsplan ausgewiesenen landwirtschaftlichen Nutzfläche“ diskutiert werden. Außerdem ergibt sich ein weiterer Aspekt, so habe der SV Eidelstedt Interesse an einem Jogging-Rundkurs durch die Feldmark geäußert.
Das sagt der Nabu
Dieter Siebeneicher, Sprecher der Nabu-Stadtteilgruppe Eimsbüttel, sagt: „Bodenbrüter wie der Kiebitz, aber auch Wasservögel im gegenüberliegenden Rück- haltebecken werden häufig durch freilaufende Hunde aufgeschreckt. Sie verlassen dann ihre Nester, und die Gelege fallen dann Greifvögeln oder anderen Tieren zum Opfer. Es ist richtig, dass Hunde Auslauf benötigen, aber nicht auf Flächen in Schutzgebieten.“ RS

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