Im Elbe-Kino werden künftig vermehrt künstlerisch anspruchsvolle Arthouse-Filme zu sehen sein. Foto: pr
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Generationenwechsel: Nick Jansen übernimmt Elbe- und Blankenseser Kino von seinem Vater

Julia Vellguth, Hamburg-West

Nick Jansen hat im Juli das Blankeneser und das Elbe-Kino von seinem Vater Hans-Peter Jansen übernommen. Foto: pr

Niemand muss sich um die Zukunft des Elbe-Kinos Sorgen machen. So beteuert es Nick Jansen, der Anfang Juli das Blankeneser und das Elbe-Kino von seinem Vater Hans-Peter Jansen übernommen hat. Dieser wird sich auf seine Kinos in Volksdorf, Plön und auf Fehmarn konzentrieren. Für die Zukunft der beiden Filmtheater im Hamburger Westen hat der neue Betreiber auch schon Pläne.

Ich bin ab meinem vierten Lebensjahr vollständig mit Kino aufgewachsen
Nick Jansen,
neuer Betreiber von Elbe- und
Blankeneser Kino

Nick Jansen ist in der Schanze aufgewachsen und hatte früh Bezug zum Kino. „Mein Vater hat ab 1977 das Fama-Kino in Lurup betrieben. Ich bin ab meinem vierten Lebensjahr vollständig mit Kino aufgewachsen”, so der 32-Jährige. Seitdem gehe er bis heute mindestens einmal die Woche ins Kino. „Die Magie des Films hat auf mich bis heute ihre Wirkung nicht verloren”, erklärt er. Sein Vater habe ihn und seine drei Jahre jüngere Schwester Noa nie gedrängt, später in seine Fußstapfen zu treten. „Mein Vater hat mir jegliche Freiheiten gelassen, und in der Jugend habe ich mich völlig vom Kino entfernt”, erinnert sich Nick Jansen. Er nahm ein Jurastudium in Würzburg auf, stellte aber bald fest, dass ihm die Welt der Kultur und des Kinos viel näher liegen. So brach er sein Jurastudium ab und studierte stattdessen parallel zu seinem Einstieg als Kinobetreiber in Hamburg Sozialökonomie.

70 bis 100 Besucher dürfen momentan ins Elbe-Kino

Mit seinem Vater ist Nick Jansen nicht immer einer Meinung, was die Programmgestaltung angeht. So werden die Besucher im Blankeneser und Elbe-Kino künftig eine leichte Neuausrichtung bemerken. „Das Programm wird sich ändern, ich bediene mehr die Arthouse-Schiene”, erklärt der neue Kinobetreiber, „es wird etwas intellektueller.” Dem 32-Jährigen schwebt für das Elbe-Kino die Kombination von Kunstausstellungen und Filmvorführungen ebenso vor wie Sondervorführungen mit anschließenden Diskussionen. Seine Schwester Noa wird in den kommenden Jahren ebenfalls in die Führung der beiden Kinos mit einsteigen. Nach der coronabedingten Schließung haben Jansens Kinos am 2. Juli wieder eröffnet (das Elbe Wochenblatt berichtete). Aufgrund der Hygienevorschriften darf nur ein Drittel der Sitzplätze genutzt werden, was im Elbe-Kino je nach Gruppengröße eine Auslastung von 70 bis 100 Plätzen und im Blankeneser Kino pro Saal nur rund 30 Plätze ausmacht. Der Anfang war vielversprechend. „Die erste Woche war fast wieder wie früher”, so Nick Jansen, „man merkt schon, dass die Leute gerne wieder ins Kino kommen, auch ohne Angst.” Viele Stammgäste, hatten während der Schließung Gutscheine gekauft, um die Kinos zu unterstützen. Der August hingegen sei ruhiger gelaufen. „Es kommt immer mal vor, dass es im August leerer ist, ein bisschen besorgniserregend war es dennoch. Aber jetzt sind die Monate September, Oktober und November entscheidend.”

 

Mit Untertiteln

2015 übernahm Nick Jansen von seinem Vater das Studio-Kino in der Bernstorffstraße. Erfolgreich führte er hier 2017 Vorführungen von Filmen im Original mit Untertitel (OmU) ein – nicht nur auf Englisch und Französisch, sondern in allen Sprachen, wie zum Beispiel Russisch, Türkisch oder Indisch. „Man verliert viele Communitys, wenn man nur synchronisierte Filme zeigt”, meint Jansen. Die Originalversionen würden fremdsprachige Gruppen genauso anziehen wie Gehörlose oder Fremdsprachenliebhaber.
Die Originalversionen habe dem Studio rund 50 Prozent mehr Besucher beschert, sodass er sich für seine neuen Kinos die Einführung an ausgewählten Tagen durchaus vorstellen kann. jvg

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