Jana Schiedeck (Kulturstaatsrätin), Franz-Josef Höing, Dorothee Stapelfeldt, Stefanie von Berg und Andreas Dressel im „Postbunker“ am Kaltenkirchener Platz: Dort könnten laut Plan Theater, Filmproduktion, Kreativwirtschaft, Hotel, Handwerkerhof, Markthalle und experimentelle Wohnformen entstehen. Ob es dafür angesichts der Corona-Krise Investoren geben wird, ist noch fraglich. Foto: MS
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Diebsteich-Rahmenplan sieht Fußball-Arena und Konzerthalle vor – ist die Waidmannstraße in Gefahr?

Mateo Schneider, Altona

Straßen wie die Waidmannstraße gibt es nicht viele in Hamburg: Eine fast durchgängige Allee mit drei Baumreihen und einem ebenso schönen wie renovierungsbedürftigen Kopfsteinpflaster und weitgehend noch unversiegelten Fußwegen. Ein breiter Fahrradweg müsste noch angelegt werden und das Ensemble wäre perfekt. Wie aus der Zeit gefallen wirkt auch die Umgebung der Waidmannstraße. Doch das soll sich ändern, und aus dem ungeplanten Nebeneinander von ansehnlichen und schmucklosen Gewerbebauten, Sportplätzen und Wohnbebauung soll ein „Quartier“ werden.

Sie haben zwei ´ Jahre unsere Energie verschwendet (…) und keinen unserer Vorschläge realisiert
Marion Prieß,
Initiative Diebsteich 23

„Das Besondere an diesem Quartier ist, dass schon etwas da ist, und das wollen wir in einen neuen räumlichen Zusammenhang bringen“, sagte Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing bei der öffentlichen Vorstellung des finalen Rahmenplans. „Wir wollen kein geschlecktes Quartier, sondern Produktion und Gewerbe ausbauen und Innehalten beim Abreißen.“

Initiative lacht über Dressel: Doch kein Konsens?

Betont wurde auch noch einmal die Bedeutung des noch zu errichtenden neuen Fernbahnhofs am Diebsteich für die Quartiersentwicklung. „Die konsensuale Lösung für den Bahnhof war Voraussetzung für das Quartier.“ Für diesen Satz erntete Finanzsenator Andreas Dressel allerdings herzliche Lacher der anwesenden Kritiker des Bahnhofsprojekts, für die von einem Konsens keine Rede sein konnte. In dieselbe Kerbe schlug Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg: „Der Bahnhof bietet eine Superchance.“ Diese Chance nutzt die Stadt auch für die Errichtung eines Regionalliga-Fußballstadions und einer 5.000 Menschen fassenden Konzerthalle.

Am Ende durften auch noch die Anwohner zu Wort kommen. „Die Pläne sind noch dieselben wie vor zwei Jahren. Sie haben zwei Jahre lang unsere Energie verschwendet, die Chance für eine zukunftsweisende Stadtplanung vertan und keinen unserer Vorschläge realisiert“, fällte Marion Prieß von der Initiative Diebsteich 23 ein vernichtendes Urteil.

Prieß befürchtet auch, dass den Baumaßnahmen viele Bäume zum Opfer fallen werden. Die Waidmannstraße soll als Zufahrtsstraße für die Baustelle fungieren. Oberbaudirektor Höing versuchte indes zu beruhigen, sie werde „weitgehend unangetastet“ bleiben.

 

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