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So lebt es sich in Corona-Zeiten in einer Seniorenresidenz – Bewohner Horst K. Drägerhof (86) berichtet

Wolfgang Wittenburg, Süderelbe

Welche Veränderungen hat die Corona-Pandemie in Altenheimen bewirkt? Wie greift das Virus in tägliche Abläufe ein? Horst K. Drägerhof (86) schildert seine Erfahrungen in der vhw- Seniorenresidenz am Falkenbergsweg. Den digitalen Kontakt zum Bewohner hat Residenz-Leiter Frank Esselmann hergestellt.

Sich die Hand zu reichen und längeres Zusammensein, all das
vermisse ich am meisten
Horst K- Drägerhof,
Bewohner Seniorenresidenz

Früher hat der gebürtige Berliner Drägerhof, der vor 54 Jahren von Stuttgart nach Neugraben umgezogen ist, an Veranstaltungen wie Gedächtnistraining, Gymnastik, Skat, virtuelles Bowling und Wassergymnastik teilgenommen. Auch nutzte der engagierte Witwer oft Angebote wie Frühstück- und Abendbrot-Runden, Musiktherapie und Sitz-Sport. Jetzt sagt er traurig: „Die direkte persönliche Begegnung, sich die Hand zu reichen und längeres Zusammensein, all das vermisse ich am meisten.“

Positiv ist für Horst K. Drägerhof, wie das Personal im Pflege- und Wohnbereich fürsorglich und trotzdem konsequent alle Regeln und Einschränkungen umsetzt. Auch die Disziplin seiner Mitbewohner hat den früheren Betriebswirt angenehm überrascht.

Wie hält Drägerhof Kontakt zu seinen Lieben – ein Sohn lebt in Nürnberg, der zweite mit Familie in Fischbek? „Selbstverständlich war für uns, dass wir keinen persönlichen Kontakt pflegen, sondern uns nur telefonisch, treffen‘. Nach der Lockerung waren wir dann ,geregelt‘ gemeinsam in Lokalen zum Essen, besonders schön war das für mich am 18. Geburtstag meiner Enkelin – geregelt und mit Abstand. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn das wieder anders sein wird!“

Und was nimmt der Senior als Gewinn aus der Corona-Zeit für sich mit? „Laptop, Tablet, Handy sind meine täglichen Kommunikationsmittel und immer meine Verbindung in alle Gremien, Organisationen und auch in der Residenz. Wir haben den Gemeindebrief ,Michaelis-Brücke‘ in unserem Team für Juni-August mit Hilfe von Videokonferenzen produziert. Das war für mich erstmalig und eine dolle und schöne Überraschung, wie gut uns das gelungen ist!“

 

Siehe auch Interview mit vhw-Sprecherin Katharina Groß:

„Einige Bewohner wirken aktuell sensibler und empfindlicher“

 

 

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