An der Kreuzung Beim Schlump/Bundesstraße: Neben dem Gelenkbus wirkt selbst Hamburgs breitester Radweg schmal. Foto: mg

Praxistest am Montagmorgen: Vom Schlump bis zur Bogenstraße führt Hamburgs erster vorübergehender Radweg, der am Wochenende mit gelber Farbe aufs Pflaster gemalt worden war. Wie fährt es sich auf der „Pop-Up-Bikelane“?

Von der Schäferkampsallee geht es auf der Fahrradspur in Richtung der vielbefahrenen Kreuzung am Schlump in Richtung Bogenstraße. Dort wird der Radweg wie bisher auf den Fußweg geführt, wo es über zwei Ampeln geht. Links daneben rollt der Autoverkehr auf zwei Spuren, die sich hinter der Bushaltestelle auf eine Spur verengt. Der Übergang ist an diesem Montagmorgen für die Radfahrer gefährlich, weil es an diesem Nadelöhr nach wie vor sehr eng ist.

Nun wird der Radweg geräumiger, bis zu 3,20 Metern werden erreicht. Ich fahre also auf Hamburgs breitestem Radweg, was neben dem Geomatikum eine Verbesserung darstellt, weil die Autos beim Überholen deutlich mehr Abstand halten als zuvor.
Etwas entspannt hat sich die Situation ebenfalls neben dem ehemaligen Finanzamt, das von einer Bushaltestelle des Metrobus 15 flankiert wird. Fährt der Bus zur Haltestelle wird es für Radfahrer knifflig, selbst der megabreite Radweg wirkt neben dem Gelenkbus nun recht schmal. Der Bus hält zwar vorschriftsmäßig seine Fahrspur, dennoch bleibt auf zwei Rädern ein mulmiges Gefühl.

Leicht verbessert hat sich die Situation in der gegenüberliegenden Fahrtrichtung, wo Radfahrer zuvor von der Straße auf den Bürgersteig, auf die Straße und wieder auf den Bürgersteig geleitet wurden.

An der Hallerstraße bleibt es für Radfahrer gefährlich

Ein Knackpunkt bleiben auch in in Richtung der Kreuzung Fruchtallee /Schröderstiftstraße die Bushaltestellen und – schlimmer noch – die Fußgängerüberwege. Dort, in Höhe
Gustav-Falke-Straße, wo die Autos wieder auf zwei Spuren unterwegs sind, wird es für Radfahrer verdammt eng. Der eben noch breite Radweg hört unvermittelt auf und der seitliche Abstand von 1,50 Metern beim Überholen ist von den Autofahrern schwer einzuhalten.

Als Radfahrer, der jede Woche auf der Strecke bis zum U-Bahnhof Hallerstraße unterwegs ist, fühle ich mich nur geringfügig sicherer. Der aus meiner Sicht gefährlichste Punkt bleibt bislang ohne gelben Radweg: die Kreuzung Hallerstraße/Rothenbaumchaussee. Dort fahren die Zweiräder mangels eigener Radspur auf der zweispurigen Straße. Neuralgischer Punkt ist die Rechtsabbiegespur für Autofahrer. Wer als Radfahrer geradeaus fährt, wird von Autos links und rechts überholt, die es eilig haben, über die Kreuzung zu fahren.

 

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