Im Steinkohlekraftwerk Moorburg sind über 150 Mitarbeiter beschäftigt. Foto: Ajepbah / Wikimedia Commons
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Vattenfall hat sich an Auktion für Kohleausstieg beteiligt – Entscheidung bis Dezember

Olaf Zimmermann, Moorburg
Vattenfall möchte das Kohlekraftwerk Moorburg stilllegen – möglichst schon im nächsten Jahr. Der schwedische Konzern hat deswegen an der ersten Auktion des Bundes zum Kohleausstieg teilgenommen. Hier erhalten Betreiber Entschädigungen, wenn sie Kohlekraftwerke vom Netz nehmen.  Firmen, die die geringsten Entschädigungen fordern, bekommen den Zuschlag. Die Bundesnetzagentur will bis Anfang Dezember eine Entscheidung treffen.
Hintergrund: Nach dem Abriss des Gaskraftwerks 2004 wurde der Bau eines Kohlekraftwerks vom damaligen CDU-Senat genehmigt. 2015 ging das Kraftwerk in Betrieb. Es besteht aus zwei steinkohlebefeuerten Blöcken mit jeweils 818 Megawatt Leistung. Der jährliche CO2-Ausstoß liegt bei gut acht Millionen Tonnen – was dem Kohlekraftwerk schnell den Namen „Klimakiller“ einbrachte.
Für Betreiber Vattenfall gab es von Beginn an zwei Probleme: Die geplante Fernwärmeauskopplung konnte nicht umgesetzt werden. Die dafür erforderliche Fernwärmeleitung durch die Elbe nach Altona wurde nicht genehmigt.
Die zugesagte Entnahme von Kühlwasser aus der Elbe wurde vom Oberverwaltungsgericht gekippt. Das Kraftwerk muss deswegen seinen kostenintensiveren Kühlturm ganzjährig nutzen.
Für Hamburgs BUND-Sprecher Paul Schmid ist „die Abschaltung von Norddeutschlands größtem Klimakiller überfällig. Vattenfall hat mit diesem Projekt bereits Milliardenverluste eingefahren, und auch der laufende Betrieb ist wirtschaftlich nicht darstellbar.“
Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid meint: „Es ist gut, dass Vattenfall sein CO2-Monster in Moorburg vom Netz nehmen will. Der wirtschaftliche Verlust war absehbar und ist auch ein politischer Schaden, besonders für die Hamburger CDU, die den Klimakiller damals gegen jede ökologische Vernunft durchgesetzt hat.“
Kritik an der geplanten Abschaltung kommt von der Hamburger CDU. „Das effizienteste Kohlekraftwerke Europas abzuschalten, während das älteste und schmutzigste Kohlekraftwerke in Wedel auf unbestimmte Zeit weiterläuft, ist an Absurdität nicht zu überbieten“, sagt Stephan Gamm, energie- und klimaschutzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

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