Schön viel Grün - an einigen Stellen leider zu viel: der Otto-von-Bahrenpark auf dem früheren Gaswerkgelände. Foto: cvs
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Müll, Wildwuchs, stinkende Gewässer: Anwohner des Bahrenparks sind verärgert

Christopher von Savigny, Bahrenfeld
Der Otto von Bahrenpark bereitet den Anwohnern seit einigen Jahren wenig Freude: Bäume und Sträucher wirken kaum gepflegt, die (zu kleinen) Mülleimer sind ständig überfüllt und das – inzwischen übermannshohe – Schilfgras dehnt sich auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks immer weiter aus. Zuletzt hatte die vergangene Hitzeperiode den Wasserspiegel stark absinken lassen. Entenkot, Brotstücke und verfaulende Pflanzenteile sorgten für eine gewaltige Algenblüte. „Der Teich stinkt wie eine Kloake“, sagt ein Anwohner. Nicht mehr lange, und das Gewässer werde umkippen. „Es muss schnell etwas passieren!“
Das nach der Jahrtausendwende bebaute Gelände – insgesamt gibt es hier 245 Eigentumswohnungen sowie etliche Gewerbebetriebe, Supermärkte, Hotels und ein Fitnessstudio gehört der Firma Hollmann & Partner (HPV). Man sei bemüht, das Gelände in Ordnung zu halten, sagt eine Mitarbeiterin dem Wochenblatt am Telefon. Allerdings sei der Bahrenpark nicht das einzige Objekt, das das Unternehmen zu verwalten habe. Sie kündigt eine Stellungnahme per E-Mail an. „Falls wir uns dazu äußern wollen.“ Eine Antwort der HPV hat das Elbe Wochenblatt bis Redaktionsschluss allerdings nicht erreicht.
Unzufriedene Anwohner kürzten ihren Beitrag
Tatsächlich reicht der Ärger der Eigenheimbesitzer noch deutlich weiter zurück: Bereits 2001 hatten die Bewohner die ursprüngliche, von der HPV eingesetzte Hausverwaltung rausgeschmissen, weil sie ihnen „zu investorenfreundlich“ erschien. Seitdem kümmert sich die Dr. Schröder Immobilienverwaltung um das Geschäft.
„Es fühlt sich niemand zuständig“, berichtet der – hörbar verärgerte – Verwalter Andreas Tonscheidt über die HPV. Seit einigen Jahren würden im Park nur noch kleinere Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Auch der Wasserstand sei schon länger ein Problem. „Im letzten Jahr hat ein Tankwagen Frischwasser aufgefüllt, und trotzdem sind alle Fische verendet“, so Tonscheidt. Aufgrund einer städtebaulichen Vereinbarung müsse man auch die Stadt verantwortlich machen. „Auf meine Schreiben an das Grünflächenamt und an den Senat hin habe ich jedoch keine Reaktion bekommen. Ich dringe nicht durch!“, sagt Tonscheidt. Laut Hausverwaltung haben die Anwohner ihren monatlichen finanziellen Beitrag zur Parkpflege Anfang vergangenen Jahres nach eigenem Ermessen um die Hälfte gekürzt – aus Unzufriedenheit.
Nach Auskunft von Jan Lengwenath, Sprecher des Bezirksamts Altona, sind die Einflussmöglichkeiten der Stadt gering: „Der Vertrag legt fest, dass die privaten Grünflächen gemäß ihrer Zweckbestimmung zu pflegen sind. Hieraus lassen sich aber nur schwer Qualitätsstandards festlegen“, so Lengwenath.
Auf Bitten der Hausverwaltung habe das Bezirksamt bereits einmal Kontakt zum Eigentümer aufgenommen. „Der wurde dann auch tätig – wenn vielleicht nicht in dem gewünschten Maße.“

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