Der Blockverkehr „stört den Bauablauf“, sagt der Senat. Foto: mag

Ehestorfer Heuweg: Behörde nennt keinen Termin für Beendigung der Sanierung

Andreas Göhring, Hamburg-Süd

Der Ehestorfer Heuweg soll keine Ausweichstrecke werden, wenn die geplanten Baustellen auf der A7 eingerichtet werden. Das hat der Senat jetzt nach einer Kleinen Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll mitgeteilt. Die Antwort verblüfft, denn seit Beginn der Sanierungsarbeiten für den Heuweg wurde immer wieder Druck gemacht. „Die Umleitungsstrecke muss fit sein, wenn die Arbeiten auf der A7 beginnen“, hatte Ivonne Offenborn vom Landesbetrieb Straßen, Brücken. Gewässer (LSBG) noch im August 2018 gesagt.

Wenig später war klar, dass dieser Plan nicht klappen kann. Erst hatte der Landesbetrieb offenbar übersehen, dass am Ehestorfer Heuweg auch Menschen wohnen und dass er ein wichtiger Zubringer für die Waldorf-Schule und eine wichtige Verbindungsstraße zwischen den Menschen im niedersächsischen Umland und ihren Nahversorgungspunkten im Neugrabener Zentrum ist.

Und dann war da plötzlich ein großes Loch in der Straße. Der LSBG hatte übersehen oder schlicht nicht erkannt, dass einige alte Stollen des ehemaligen Bergwerks Robertshall nicht richtig verfüllt waren und dem erhöhten Druck durch Bauarbeiten nicht mehr standhielten.

Damit war schon mal klar, dass der Plan nicht mehr zu halten war.

Obendrauf kam etwas, womit die Planer nun überhaupt nicht gerechnet hatten. Der Senat nennt es in der Antwort an Trepoll ein wenig verschwurbelt so: „Es gab eine zunehmende Beschwerdelage.“ Im Klartext: Die Anwohner und die Nachbarn in Niedersachsen wollten es nicht hinnehmen, dass diese Straße einfach über Monate voll gesperrt wird und ihnen nur eine 24 Kilometer lange Umleitung angeboten wird, auf der es – völlig überraschend für die Planer – eine weitere Vollsperrung gab.

Die Proteste zeigten Wirkung, es gab zunächst eine wechselnde Einbahnstraßenregelung, dann sogar einen ampelgesteuerten Blockverkehr. Mit all dem konnten Anwohner und Nachbarn leben, da führte nach Auskunft des Senats aber auch „zu einem gestörten Bauablauf, einer erheblich längeren Bauzeit und entsprechenden Mehrkosten“. Deshalb sieht sich der LSBG auch nicht in der Lage, sich auf ein konkretes Ende der Sanierung festzulegen. Die Geduld der Anwohner wird weiter auf die Probe gestellt.

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