Die Schüler diverser Klassen der Stadtteilschule Wilhelmsburg mussten vorsorglich in Quarantäne. Foto: ad
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Stadtteilschule Wilhelmsburg: Sieben Schüler und eine Mitarbeiterin infiziert (Stand 28. August)

Angela Dietz, Wilhelmsburg

Elf Klassen der Stadtteilschule Wilhelmsburg waren vergangene Woche wegen Corona-Verdachts vorsorglich in Quarantäne. Getroffen hatte es den kompletten Jahrgang Neun, eine achte Klasse, einen Oberstufenkurs sowie eine ers-te und eine Vorschulklasse. Mit Covid 19 infiziert sind laut Bezirksamt Mitte sieben Schüler und eine Schulbeschäftigte.

Die Schulbehörde betont, an der Stadtteilschule Wilhelmsburg (STW) habe man es mit einer „Sondersituation“ zu tun. Eine infizierte Auszubildende war laut Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland als Springerin eingesetzt worden. Nach insgesamt 162 Tests konnten die meisten Schüler Ende der Woche wieder in die Schule zurückkehren. Getestet worden waren alle Kontaktpersonen der Kategorie 1 (siehe Infokasten).

Birgit Stöver, Schulexpertin der Hamburger CDU, kritisiert das „Corona-Regelchaos“ an den Schulen, insbesondere den Einsatz einer Springerin in so vielen Klassen. Weiter fragt sie, warum so viele Klassen in Quarantäne mussten, da „die Lehrkräfte doch verpflichtet sind, Masken zu tragen, wenn sie im direkten Kontakt (Abstand kleiner als 1,50 Meter) mit den Schülerinnen und Schülern sind?“ Stöver fordert deshalb „endlich einen einheitlichen Corona-Reaktionsplan zwischen Gesundheits- und Schulbehörde.“

Lehrbeauftragte sollen künftig nur noch in einem Jahrgang unterrichten, um Ansteckungs- gefahren zu minimieren
Peter Albrecht,
Sprecher Schulbehörde

Auch die Hamburger Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Anja Bensinger-Stolze, sieht die Situation an den Schulen grundsätzlich nicht als „zunehmend entspannt“ an, so wie sie Schulsenator Ties Rabe zu Beginn der letzten Woche eingeschätzt hatte. 15 Lehrer und Lehrerinnen seien zwischenzeitlich an der STS in der häuslichen Isolation gewesen.

Der Schulsenator drücke eine „angebliche Normalität an Schulen mit vollen Klassen und Stundenplänen“ durch, so die GEW-Vorsitzende, „statt Konzepte für eine Schule in Zeiten der Pandemie vorzulegen.“

Die noch in Quarantäne befindlichen Schüler wird die STS „im Rahmen des Fernunterrichts zuhause angemessen beschulen. Entsprechende Konzepte hat die Schule vorliegen“, so Schulbehördensprecher Peter Albrecht. Beim Einsatz von Springern gibt es eine Änderung. Sprecher Albrecht: „Lehrbeauftragte sollen zukünftig nur noch in einem Jahrgang unterrichten, um Ansteckungsgefahren zu minimieren.“

Andere aktuelle Infektionsfälle aus Schulen im Bereich Wilhelmsburg/Veddel waren der Schulbehörde auf Nachfrage Ende vergangener Woche nicht bekannt.

 

Kontaktpersonen

Definition nach Robert-Koch-Institut (RKI): Kontaktpersonen bestätigter Covid-19-Fälle, ab zwei Tage vor Auftreten der ersten Symptome des bestätigten Covid-19-Falls, werden in Kategorie 1 eingestuft, bei: insgesamt mindestens 15 Minuten Gesichts-Kontakt („face-to-face“), zum Beispiel Personen im direkten Gespräch oder Lebensgemeinschaft, sowie bei direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten.

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