Joseffa Wilczewskis Kinderkarussell steht auf dem Rathausplatz. Über ihr Karussell gibt es – anders als fälschlich geschrieben – keine Beschwerden. Foto: kreller
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Korrektur: Bei dem Kinderkarussell, über das eine Beschwerde vorliegt, handelt es sich NICHT um das Kinderkarussell von Josefa Wilczewki, das auf dem Harburger Rathausplatz steht.

Olaf Zimmermann/Niels Kreller, Harburg. Vier Buden und das Kinderkarussell sorgen seit kurzem für ein wenig Jahrmarktatmosphäre auf dem Harburger Rathausplatz und am Lüneburger Tor. Das Bezirksamt hatte die Genehmigungen erteilt, um die Schausteller zu unterstützen. Dieser Berufsgruppe ist wegen der Corona-Pandemie ihre Geschäftsgrundlage, die Jahrmärkte, weggefallen. Mit den Ständen in Harburg soll zumindest ein wenig Geld verdient werden.
Doch dem Betreiber eines Karussells am Lüneburger Tor , steht jetzt Ärger ins Haus. „Die die Beschallung am Lüneburger Tor für uns inzwischen zu einem riesigen Problem geworden“, sagt Rechtsanwalt Dr. Rolf Geffken, dessen Kanzlei sich am Lüneburger Tor befindet. „Wir haben uns das nun – auch urlaubsbedingt – etwa zehn Tage angeschaut. Jetzt geht es nicht mehr. Wir sind nicht mehr arbeitsfähig. Die Beschallung läuft ganztägig von 11.00 bis 18.00 Uhr. Sie hindert uns bei geöffnetem Fenster zu arbeiten, die Räume zu durchlüften, ungestört Telefongespräche führen zu können und Diktate abzuarbeiten. Unsere gesamte Arbeitsfähigkeit ist beeinträchtigt.“
Schriftliche Beschwerden beim Bezirksamt blieben ohne Ergebnis. Geffken: „Offenbar will man den Schaustellern den Platz ohne Rücksicht auf die Anwohner jetzt für das ganze restliche Jahr öffnen. Wir mussten bereits für uns existenzwichtige Besprechungen absagen und auf unbestimmte Zeit verschieben. Wir haben nichts gegen ein Kinderkarussell aber wir wehren uns gegen die Beschallung mit lauter Musik, die absolut unnötig ist.“
Laut Bezirksamt dürfen die Buden täglich öffnen, lärmschutzrechtliche Auflagen wurden bislang nicht erteilt. „Es gelten daher die üblichen allgemeinen Immissionsschutzregeln“, sagt Bezirksamtssprecherin Sandra K. Stolle. Wurde gegen diese Regeln verstoßen? „Dazu liegen bislang keine nachweislichen Erkenntnisse vor.“
Wegen der vorliegenden Beschwerde werde noch ermittelt. Falls es Verstöße gegeben habe, könne die Verwaltung zusätzliche Auflagen erteilen.

Aktualisierung
Den unten stehenden offenen Brief hat Dr. Rolf Geffken jetzt an die Harburger Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen geschickt.

Sehr geehrte Frau Bezirksamtsleiterin,
meine Eingaben wegen des o.g. Themas wurden bislang nicht beantwortet. Nunmehr haben die Bewohner und Mieter des Hauses Lüneburger Tor 7 einen Offenen Brief an Sie verfaßt. Diese bitten Sie dringend, tätig zu werden, zumal der Betreiber nur scheinbare Veränderungen vorgenommen hat. Nun läuft die Beschallung über laute Drehorgelmusik und lautes Tröten. Wir werden in unserer Berufsausübung massiv behindert. Das ist nicht hinnehmbar, da für den Karussellbetreiber die Beschallung nicht essentiell ist, wir aber dafür massiv beeinträchtigt werden. Wollen Sie hinnehmen, daß wir unsere berufliche Tätigkeit aufgeben müssen nur weil ein Karusselbetreiber nicht mit sich reden läßt ? Vor allem sind wir verärgert darüber, daß wir zu keinem Zeitpunkt zu der offenbar jetzt ganzjährig geplanten Beschallung gehört oder vorab informiert wurden. Wir erwarten, daß der Betreiber u n d das Bezirksamt auf uns zukommen.
Mit freundlichen Grüßen
RG

1 KOMMENTAR

  1. Mein Name ist Joseffa Wilczewski, ich bin Betreiberin des Kinderkarussells auf dem Rathausplatz mein Name wurde nun fälschlicherweise genannt im Zusammenhang mit der lauten Musik eines Karusselbesitzers am Lüneburger Tor,
    ich denke der Verfasser des Berichtes vom Mittwoch d. 26.08.2020 hätte sich besser informieren müssen bevor man uns als Krachmacher beschuldigt das ist wohl gehörig daneben gegangen. Wir überlegen rechtliche Schritte einzuleiten , denn dies ist extrem Geschäftsschädigend.
    Wir sind seit fast 50 Jahren zu Gast auf dem Harburger Weihnachtsmarkt und sind gewiss nicht laut, denn Kinder mögen eine laute Beschallung durch Musik nicht.
    Mit freundlichen Grüßen Joseffa WilczewKi

    Anmerkung der Redaktion: Frau Wilczewki hat recht. Ihr Kinderkarussell steht auf dem Harburger Rathausplatz und ist NICHT Gegenstand von Lärmbeschwerden. Wir bedauren die Verwechslung.

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