Beim Totopokal, Teutonia 05 gegen Eintracht Norderstedt: Corona-Fußball mit Abstand. Foto: WD

Aber nicht alle Vereine sind enttäuscht

Waldemar Düse, Hamburg-West

Mindestens bis zum Monatsende wird es nach der Senatsentscheidung keine weiteren Lockerungen für den Fußball geben. Die unrealistischen Hoffnungen, die der Hamburger Fußballverband mit seinem Vorstoß geweckt hatte, von sofort an uneingeschränktes Training und Testspiele zuzulassen und am ersten September-Wochenende mit der Saison 2020/21 beginnen zu können, sind zerstoben.

Zugelassene Ausnahmeregelungen gelten weiterhin nur für den überregionalen Spielverkehr. Doch wie sieht es unterhalb von Regional- und Oberliga aus?

Der Rissener SV wollte ohne Zuschauer spielen

„Wir sind völlig entspannt“, blickt Volker Tausend dem möglichen Start des gewohnten Spielbetriebs entgegen. „Bei unseren Zuschauerzahlen wären die Abstände kein Problem, auch das Verhalten der Zuschauer nicht“, so der Fußball-Abteilungsleiter bei Komet Blankenese. Auch das Desinfizieren der Kabine nach jedem Duschdurchgang, die Dokumentation aller Anwesenden und schließlich die finanziellen Risiken bei möglichen „Geisterspielen“ durch die notwendige Bezahlung der Schiedsrichter und Einnahmeverluste wären „händelbare“ Probleme.

Auch das Duschen wäre nur eingeschränkt möglich. Wir müssten Mannschaften bitten,
doch gerne zuhause zu duschen
Jan-Michael Hadler,
Rissener SV

Ähnliches gilt auch für den Rissener SV. Allerdings hat man sich am Marschweg nach intensiven Diskussionen im Falle eines Saisonstarts für drastische Maßnahmen entschieden. „Zuschauer würden nicht zugelassen und um Vermischungen zu vermeiden, könnte zeitgleich nicht auf beiden Plätzen gespielt werden“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Jan-Michael Hadler. „Auch das Duschen wäre nur eingeschränkt möglich. Wir müssten Mannschaften bitten, doch gerne zuhause zu duschen.“

Schon jetzt müssen bei den Rissenern die Mannschaften nach dem Training die Anlage sogleich wieder verlassen. Auch die so wichtige dritte Halbzeit muss damit entfallen. Wegen Corona ist das Klubheim schon jetzt geschlossen. „So geht natürlich das soziale Miteinander verloren und das Vereinsleben fällt aus“, weist Hadler auf Probleme hin, die irgendwann auch existenzgefährdend werden können. Andere Vereine, die nicht genannt werden wollen, „weil wir auch weiterhin mit dem Verband zu tun haben werden“, üben heftige Kritik am HFV. „Wir werden allein gelassen.“

 

Regionalliga

Dass die Fußball-Regionalliga Nord im September starten kann, ist wieder wahrscheinlicher geworden. Wie der Hamburger Fußballverband (HFV) mitteilte, liegt jetzt eine Ausnahmegenehmigung für die vier Regionalliga-Teams der Stadt vor. Altona 93, Teutonia 05 und die zweiten Mannschaften des Hamburger SV und des FC St. Pauli dürfen ab sofort wieder regulär trainieren und Spiele bestreiten. Die Corona-bedingten Beschränkungen entfallen. Die Ausnahmegenehmigung in Hamburg gilt auch für die Teams der Junioren-Bundesligen. Damit hat die Stadt ihre harte Haltung, keine weiteren Ausnahmen zuzulassen, aufgegeben. EW

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here