Ärzte und Pflegepersonal konnten in der ersten Corona-Welle Erfahrungen sammeln, die jetzt sehr nützlich sind. Foto: Panthermedia
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Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg. Angesichts steigender Coronazahlen innerhalb der letzten Wochen denken auch die Verantwortlichen in den Wilhelmsburger Seniorenheimen erneut über sinnvolle Schutzkonzepte nach: „Im Unterschied zum Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang März sind wir auf eine mögliche zweite Welle gut vorbereitet“, sagt Christiane Driver, Regionalleiterin der Malteser Wohnen & Pflegen Norddeutschland, zu der unter anderem das Malteserstift St. Maximilian Kolbe (Krieterstraße, 127 Bewohner) gehört.
Dabei profitiere die Einrichtung von den bisher gemachten Erfahrungen. „Zum Beispiel sind die einzelnen Wohnbereiche separiert, die Pflegeteams eingespielt, und die erhöhten Hygienemaßnahmen gehören für unsere Mitarbeiter und Bewohner mittlerweile zur Tagesroutine“, so Driver weiter.
Dass es bisher gelungen sei, die Bewohner vor dem Corona-Virus zu schützen, stimme sie zuversichtlich. „Nichtsdestotrotz bleibt natürlich eine Grundanspannung, weil wir die Auswirkungen und Folgen des Corona-Virus in ihrer Gesamtheit nicht absehen können.“
Weder das Malteserstift noch die Wohnanlage von Pflegen & Wohnen in der Hermann-Westphal-Straße (212 Bewohner) hatten innerhalb der letzten Monate Corona-Verdachts- oder gar Krankheitsfälle zu vermelden. „Dieser stabile Trend ist sehr erfreulich“, sagt Henning Schweer, Sprecher von Pflegen & Wohnen.
Nachdem der Hamburger Senat das Besuchsverbot zuletzt immer weiter gelockert hatte, darf jetzt jeder Bewohner maximal zwei Angehörige oder Freunde gleichzeitig empfangen. Die Abstandsregelung von 1,5 Metern sowie die Verpflichtung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, gelten nach wie vor.
Insbesondere während der Hochphase der Pandemie habe sich die Einrichtung bemüht, den Alltag der Bewohner aufzulockern – etwa durch Postkartenaktionen, Balkonkonzerte und Telefongespräche per Video. „Die Erfahrungen, die wir daraus ziehen können, werden uns sehr helfen, sollte nochmal eine zweite Welle kommen“, sagt Schweer. Am stärksten war in der Vergangenheit das KerVita-Seniorenzentrum am Inselpark (134 Bewohner) betroffen: Noch im April hatte die Einrichtung fünf Corona-Tote zu beklagen gehabt. Inzwischen geht es wieder aufwärts. „Es sind weder Krankheits- noch Verdachtsfälle zu verzeichnen“, sagt Sprecherin Ulrike Sewing. Zu künftigen Vorsichtsmaßnahmen wollte sich die Einrichtung dem Wochenblatt gegenüber allerdings nicht äußern.

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