Immer weniger Hamburger halten sich an die Abstands- und Hygieneregeln. Auch Masken werden nicht selten nur sporadisch benutzt. Foto: Panthermedia
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Corona-Pandemie: RKI sieht „beunruhigende Entwicklung“ – Sommergrippe hat Hamburg erreicht

Olaf Zimmermann, Hamburg

An der Corona-Teststation am Hamburger Flughafen war am Wochenende Geduld gefragt. Der große Andrang – überraschend waren das spanische Festland und die Balearen zu Risikogebieten erklärt worden – führte zu stundenlangen Wartezeiten. In dieser Woche soll am Flughafen eine weitere Teststation eingerichtet werden.

„Die Zahl der täglich neu übermittelten Fälle ist in Deutschland seit der Kalenderwoche 30 angestiegen. Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend und nimmt an Dynamik zu“, teilte das zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) mit.

Das RKI empfiehlt, unbedingt die Abstands- und Hygieneregeln zu befolgen und Menschenansammlungen, besonders in Innenräumen, zu meiden.

In Hamburg wurden in den vergangenen sieben Tagen 213 neue Corona-Infektionen festgestellt (Stand 17. August). Diese Zahl kann noch steigen, da an Wochenenden nicht immer alle Fälle zeitnah erfasst werden. Es kann „vorkommen, dass am Wochenende weniger Personal im Einsatz ist, sodass es am Montag oder Dienstag noch zu Nachmeldungen kommen kann“, bestätigte Anja Segert von der Pressestelle der Sozialbehörde.

Wie sich der seit den Sommerferien weitgehend reguläre Schulunterricht auf die Entwicklung der Corona-Infektionen auswirkt, bleibt unklar. Die Schulbehörde hat bis Redaktionsschluss nicht mitgeteilt, wieviele mit Corona infizierte Schüler und Lehrer es seit Schuljahresbeginn gegeben hat.

Im Bezirk Harburg wurde nach Auskunft des Bezirksamts (Stand 14. August) „noch keine Corona-Infektion eines Schulkindes nach Teilnahme am Präsenzunterricht festgestellt.“ Allerdings bei einer Erzieherin. „Da die Vorgaben aus dem Hygienekonzept der Schule konsequent eingehalten wurden, bestand für keine Person ein erhöhtes Infektionsrisiko.“

Die Kassenärztliche Vereinigung weist darauf hin, dass die Sommergrippe Hamburg erreicht hat. Typische Symptome, sind Fieber, Husten, Schnupfen, Gelenk- und Halsschmerzen. Zur Abklärung sollte – nach telefonischer Anmeldung – ein Arzt aufgesucht oder der Arztruf Tel. 116 117 angerufen werden. Zu den Corona-Testzentren in Altona, Stresemannstraße 54, und Farmsen, Berner Heerweg 124, sollen nur symptomlose Patienten kommen.

 

Sieben-Tage-Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt an, wie viele Menschen in einem Gebiet in sieben Tagen neu erkrankt sind – nicht in absoluten Zahlen, sondern jeweils hochgerechnet auf 100.000 Einwohner des betreffenden Gebiets. Steigt die Zahl auf über 50, müssen wieder weitreichende Beschränkungen eingeleitet werden. Für Hamburg bedeutet das: Die Grenze ist erreicht, wenn in einer Woche 900 neue Fälle registriert werden. Stand 17. August gab es in Hamburg den vergangenen sieben Tagen 213 Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg beträgt 11,8. Den höchsten Wert haben Nordrhein-Westfalen (15,0) und Berlin (14,2, Stand: 17. August). Der Bundesdurchschnitt beträgt 8,2.

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