Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Immobilien mit Garten – wie hier an der Bebelallee – oder Balkon gestiegen. . Foto: Grossmann & Berger
Anzeige


Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, sollte auch die Neben-kosten sowie seine finanziellen Möglichkeiten kennen. Foto: Haspa

Steigende Preise bei niedrigen Zinsen: Experten empfehlen den Kauf von Häusern und Wohnungen

Heinrich Sierke, Hamburg

Der Hamburger Immobilienmarkt hat den Nachfrage- und Angebotseinbruch, der sich zu Beginn der Coronakrise zeigte, überwunden. Käufer von Wohn- immobilien haben wieder eine größere Auswahl – und Anbieter gute Aussichten, zu verkaufen. Schließlich gilt: „Das Angebot ist inzwischen wieder auf einem normalen – in Hamburg generell niedrigen – Niveau“, sagt Andreas Gnielka, Bereichsleiter Wohn-Immobilien Bestand bei Grossmann & Berger. Durch den Lockdown und Homeoffice sind jedoch die Ansprüche der Käufer oft gewachsen.

„Zunehmend gefragt sind Häuser und Grundstücke, die viel Platz zum Leben bieten“, erläutert Gnielka. Auch ein separates Arbeitszimmer und eine ruhige, naturnahe Lage haben dem Experten zufolge durch die Coronakrise an Bedeutung gewonnen.

Ähnlich die Analyse von Lena Soyke, Geschäftsführung Engel & Völkers Hamburg Elbe: „Unsere Kunden suchen vermehrt nach Immobilien mit einem Garten oder einem Balkon sowie einem zusätzlichen Zimmer, welches sie während des Home Office als Arbeitszimmer nutzen können.“

Auch in Krisenzeiten haben sich Immobilien bisher als wertstabile und sichere Geldanlage erwiesen Lena Soyke,
Geschäftsführung Engel & Völkers Hamburg Elbe

Die gewachsenen Ansprüche, aber auch der strukturelle Nachfrageüberhang des beliebten Standortes Hamburg führen zu steigenden Immobilienpreisen. „Für gesamt Hamburg lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Ein- und Zweifamilienhäuser im Dezember 2019 bei 4.871 Euro“, weiß Lena Soyke. Nur wenige Monate später, im Mai 2020, waren es pro Quadratmeter bereits 4.982 Euro.

Auch Andreas Gnielka geht davon aus, dass Käufer in Hamburg mehr Geld mobilisieren müssen: „Für Bestands-Eigentumswohnungen im Stadtgebiet rechnen wir 2020 mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.600 Euro“ – ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Bestands-Einfamilienhäuser rechnet Grossmann & Berger für dieses Jahr mit durchschnittlich 4.900 Euro pro Quadratmeter und damit einem Plus von 2,1 Prozent.

Schnell handeln, bevor ein anderer die Immobilie kauft

Wer bereit ist, ins Umland zu ziehen, zahlt deutlich weniger, auch wenn dort die Preise emporklettern: „Aktuell gehen wir von einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 3.400 Euro und entsprechenden Preiszuwächsen von 6,3 Prozent aus“, erläutert Andreas Gnielka.

Zwar steigen die Preise, doch die Kreditzinsen sind weiterhin niedrig: ein wichtiges Argument für einen Immobilienkauf zum jetzigen Zeitpunkt (siehe auch Infotext).

Wer seine Traum-Immobilie gefunden hat, sollte dann bereits seinen finanziellen Rahmen kennen und schnell handeln können, damit nicht jemand anders ihm zuvorkommt, so André Janke, Experte für Baufinanzierungen bei der Hamburger Sparkasse (Haspa). Er empfiehlt den Haspa Heimvorteil. „Mit dieser schriftlichen Bestätigung dokumentieren Sie dem Makler oder Verkäufer schon beim ersten Termin, dass Ihre Finanzierung bereits geklärt ist“, erläutert der Immobilien-Spezialist.

Die Experten sind sich einig: Der Kauf einer Wohnimmobilie lohnt sich. So sagt Lena Soyke: „Auch in Krisenzeiten haben sich Immobilien bisher als wertstabile und sichere Geldanlage erwiesen.“ Werde sie zudem nicht selbst genutzt, so sei sie „ein attraktives Renditeobjekt“, das den „Eigentümern beständige Einkünfte durch laufende Mieteinnahmen“ sichert. Und Andreas Gnielka betont: Wenn die finanzielle Situation dies zulasse, dann sprechen „steigende Immobilienpreise, niedrige Zinsen und die Anlagestabilität von Wohn-Immobilien als ,Fels in der Brandung’“ für einen Immobilienkauf.

 

Die weiterhin niedrigen Zinsen nutzen

Die derzeit niedrigen Zinsen erleichtern den Immobilienkauf. Jens Grelle, Vorstandsvorsitzender der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG, hatte im April eine Rechnung aufgestellt, die im Kern weiterhin gültig ist: Wer beispielsweise eine Kaltmiete von 848 Euro zahlt und – wie empfohlen – 20 Prozent Eigenkapital aufbringt, für den kann es sich lohnen, eine Eigentumswohnung (80 Quadratmeter Grundfläche) für rund 318.000 Euro zu kaufen. Diese Immobilie wäre beispielsweise mit einem Zinssatz von 0,83 Prozent plus drei Prozent Tilgung sowie Zinseszinsen nach rund 30 Jahren bezahlt. In diesem preislichen Bereich werden Eigentumswohnungen in rund 20 Hamburger Stadtteilen angeboten.

Für Hamburg erwarten Experten, dass der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Bestands-Eigentumswohnungen – hier eine in Flottbek – auf rund 4.600 Euro steigt.
Foto: Engel & Völkers Hamburg Elbe

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here