Die beiden Regenrückhaltebecken sind dicht bewachsen und kaum noch zu erkennen. Das Marktgelände wird nicht auf diese Fläche am Flottbeker Marktweg verlegt. Foto: mg
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Das Projekt war schon verbrannt, bevor es mehr als eine Idee werden konnte. Die Hamburger Projektentwicklungsgesellschaft PEG teilte mit, dass sie keine Wohnungen am Flottbeker Markt mehr bauen wolle. „Die Akzeptanz für die erforderliche Verlegung des Wochenmarkts auf ein nicht mehr genutztes Regenrückhaltebecken in unmittelbarer Nachbarschaft scheint derzeit nicht hinreichend vorhanden“, so die PEG. Ein Machbarkeitsworkshop mit Bürgerinnen und Bürgern wäre der von der PEG gewünschte nächste Schritt gewesen. „Die Bereitschaft dazu scheint leider nicht hinreichend gegeben.“

Zuletzt hatte sich die Altonaer SPD gegen die Ideen der PEG ausgesprochen, auf dem bisherigen Wochenmarktgelände 160 Wohnungen zu bauen. Zuvor hatten bereits Linke und AfD die Pläne abgelehnt.

Thomas Adrian (SPD-Fraktionsvorsitzender kritisierte: „Mitten in der Corona-Pandemie Ideen für einen überdimensionierten Wohnungsbau auf dem jetzigen Marktplatz in die Öffentlichkeit zu bringen lehnen wir ab. Der Markt muss bleiben!“ Mit zusätzlichen 160 Wohnungen auf dem Marktgelände sollte der rot-grüne Senat seine Wohnungsbaustatistik nach dem Willen der Altonaer Genossen also nicht aufbessern.

Adrian erfüllt damit die Forderung der Anwohnerinitiative „Rettet den Flottbeker Markt“, die von der PEG am 2. Juli zu einer Informationsveranstaltung in den Steenkampsaal eingeladen worden war. Die Ideen hatten die Anwohner nicht überzeugt, sie planten ein Bürgerbegehren (das Elbe Wochenblatt berichtete).

Altonas grüne Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg hatte den Anwohnern auf Anfrage mitgeteilt, dass die PEG bislang vier Mal mit Vertretern des Bezirksamts zusammensaß. Zusagen irgendwelcher Art habe es nicht gegeben. Die Veranstaltung im Steenkampsaal sei nicht mit dem Bezirksamt abgestimmt gewesen, ein Ideenpapier („Handout“) habe das Amt erst hinterher erhalten. Von Berg hatte im Interview mit dem Elbe Wochenblatt die Öffentlichkeitsarbeit der PEG kritisiert: „Was man den Investoren nur wirklich ins Stammbuch schreiben kann und muss, ist: Wenn ihr Ideen habt, ist es unklug, damit in die Öffentlichkeit zu gehen, bevor das ein richtiger Plan werden kann.“ Eine Idee laufe Gefahr zu verbrennen, wenn sie nach draußen dringe, ohne dass die grundsätzliche Machbarkeit geklärt sei und damit konkrete Absichten präsentiert und zur Diskussion gestellt werden könnten. Von Berg: „Das ist schade und kontraproduktiv.“

Anwohner Klaus Beplat ist nicht Mitglied der Initiative, der Autor des Buches „Der letzte Akt im Röbbek Komplott“ sorgt sich aber um den Quellbereich des Moorbaches. Sein lange vergriffenes Buch, das nun in den Mittelpunkt eines Konflikts gerückt ist, hat Beplat deshalb nachdrucken lassen. Eine ausführliche Rezension folgt.

❱❱ Klaus Beplats „Der letzte Akt im Röbbek Komplott“ (81 Seiten, 20 Euro) ist direkt erhältlich beim Bürgerverein Flottbek Othmarschen, Waitzstraße 26, di 15-16, do 9-12 Uhr oder bei „Die Lottofee“, Beselerstraße 15.

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