So kann's gehen: eine Pop-Up-Bikelane in Hamburg-Hamm. Foto: ADFC Hamburg / Benjamin Harders
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Die Hansestadt ist im Fahrradfieber: Rund 60 bis 80 Kilometer neue Radwege pro Jahr hat der frisch ins Amt gehievte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) den Hamburgern versprochen. Bevor es losgeht, soll allerdings erstmal ausgiebig getestet werden – in Form von temporären, sogenannten Pop-Up-Bikelanes.

„Unser Ziel ist es, ab Herbst erste Pop-Up-Bikelanes umzusetzen“, sagt Henning Grabow, Sprecher der Verkehrsbehörde. „Grundsätzlich wird es sich um Straßen handeln, die eine hohe Bedeutung für den Radverkehr haben, die aber bisher keine oder nur unzureichende Radverkehrsinfrastruktur aufweisen.“

Einige Wege poppen auf, wo die Buslinie 15 fährt

Folgende Strecken im Hamburger Westen kommen laut rot-grünem Koalitionsvertrag für die neuen Kurzzeit-Radelrouten in Frage: Max-Brauer-Allee zwischen Holsten- und Stresemannstraße, Beim Schlump (Schröderstift- bis Bogenstraße) sowie die Hallerstraße.
Auffällig: Alle genannten Straßenabschnitte liegen auf der Route der Metrobuslinie 15 – eine Strecke, die viele Radler wählen, wenn sie etwa von Altona aus in Richtung Uni oder nach Winterhude unterwegs sind. Damit im Zusammenhang steht offenbar der demnächst geplante Umbau („Busoptimierung“) der Linie 15. „Es wird angestrebt, die Bikelanes solange zu erhalten, bis vorgesehene Baumaßnahmen beginnen. Die aus der Einrichtung der Pop-Up-Bikelanes gewonnen Erkenntnisse können dann in die mögliche Planung für einen Umbau fließen“, sagt Grabow. Zwecks Auswertung des Fahrradversuchs will die Behörde unter anderem Verkehrszählungen durchführen.

Für einen Pop-Up-Radweg wird ein Stück der Autofahrbahn (häufig eine ganze Fahrspur) abgetrennt, um sie ausschließlich für den Fahrradverkehr zu reservieren. Die Initiative dafür muss nicht unbedingt von der Stadt ausgehen: So hatte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) im Mai dieses Jahres einen stark von Radlern genutzten Abschnitt an der Alster für zwei Tage zur Pop-Up-Strecke umfunktioniert. „Das hat super funktioniert, und die Autos haben sich auch nicht mehr gestaut als sonst“, sagt ADFC-Sprecher Dirk Lau. Tendenziell sei die Initiative der Stadt zwar zu begrüßen – es gebe aber noch viel Luft nach oben. „Auf der Reeperbahn können wir uns gut eine Pop-Up-Bikelane vorstellen, genauso wie auf der Stresemannstraße in Höhe Sternbrücke“, erklärt Lau.

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