Mit dabei im Aktivtreff: Christa Eggers. Foto: Dirk Andresen
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Der Aktivtreff für Senioren hat wieder geöffnet – endlich

Dirk Andresen, Eimsbüttel
Endlich! Endlich geht’s wieder los – das ist der eindeutige Tenor, der immer wieder herauszuhören ist in der munteren Damenrunde. Seit Schließung des „Aktivtreffs für Senioren“ in der Grundstraße im Frühjahr ist ihnen die Decke auf den Kopf gefallen. Das bestätigen die Seniorinnen immer wieder. Und noch ein böses Wort fällt viel zu oft: Einsamkeit!
Isoliert fühlen sich viele der älteren Menschen. Ausgeschlossen und allein gelassen. Um das zu ändern, hat Ruth Hupe ab vergangenem Montag wieder die Tore geöffnet. Die Chefin des Vereins „ATFS“ kann ab sofort in Absprache mit den Behörden wieder Kurse und Veranstaltungen im Gebäude in der Grundstraße 17 anbieten.
Im Aktivtreff ist ab sofort wieder fix was los. Zum Programm gehören Gedächtnistraining, Klönschnak, Singen, gemeinsame Museumsbesuche, Stadtteil-Spaziergänge und Bewegungsspiele. Louise Hausmann (73), eine quirlige, pensionierte Ärztin, bringt es auf den Punkt: „Natürlich haben mir die Kontakte zu den anderen hier gefehlt. Zumal ich hier in Hamburg keine Familie habe. Das war wirklich schlimm!“
Christa Eggers (87): „Plötzlich waren viele von uns bei Ausbruch der Pandemie allein. Ich konnte das gar nicht ab. Es tut einfach sehr gut, dass es hier wieder los geht.“ Chantal Gaulthier (75): „Ich war einfach nur allein.“
Aber eines kann Frau Hupe ihren Kursteilnehmerinnen bisher so gut wie gar nicht bieten: Männergesellschaft. Kaum zu glauben, aber in die Kurse mit bis zu zehn Teilnehmern verirrt sich kaum einmal einer der Herren der Schöpfung. Woran das liegt? Die Frauen haben da konkretere Vermutungen.
„Ab und zu verirren sich mal ein oder zwei Männer in unsere Runde. Aber die gucken meist nur, ob es hier was zu flirten gibt. Und wenn aus ihrer Sicht nichts Passendes dabei ist, kommen sie beim nächsten Mal einfach nicht wieder“, so Chantall Gaulthier.
Louise Hausmann, die lange Zeit in Südafrika lebte, erst seit zehn Jahren wieder in Hamburg ist, befindet schmunzelnd: „Ist doch schade, dass die sich nicht hertrauen, im richtigen Leben sind doch auch immer Männer dabei.“ Die Aktivtreff-Vorsitzende Ruth Hupe verrät lächelnd: „Naja, auf der anderen Seite kosten uns die Männer auch manchmal ganz schön Nerven.“ Dafür sind andere Besucher immer wieder sehr gerne in der Runde. Zwei geistig behinderte Frauen nehmen regelmäßig in den Kursen teil und verstehen sich blendend mit den Seniorinnen. Ruth Hupe: „Sie sind immer wieder mit Freude und sehr viel Spaß dabei.“ Drei Tage in der Woche öffnet der „Aktivtreff“ vorerst ab sofort wieder die Tore.
❱❱ Aktivtreff für Senioren, Grundstraße 17, Kontakt unter Tel. 589 22 11 oder per E-Mail info@aktivtreffpunkt.de

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