Das Tagesmütter-Team der „Kusimansen“ in Stellingen (v.l.) Britta Riemann, Andrea Gontard-Rouzies und Caroline Möller spricht den Eltern ihrer Tageskinder ein großes Lob für den umsichtigen Umgang mit der Pandemie aus. Foto: ml

So erging es Hamburger Tagesmüttern in der Corona-Zeit

Maren Langenbach, Hamburg-West

Jetzt wuseln sie wieder in den Räumen der Stellinger Tagespflegeeinrichtung „Die Kusimansen“. Elf Kinder zwischen einem und fünf Jahren spielen in der Puppenküche, schauen sich ein Buch an oder toben im Garten – Hauptsache wieder zusammen sein. Maske und Abstand sind hier, wie in allen Tagespflegeeinrichtungen, kein Thema. „Die Kinder sind froh, dass sie sich wieder haben, sie spielen die ganze Zeit. In dem Alter funktioniert kein Abstand halten“, erklärt Caroline Möller. Und auch eine Maske trägt die Tagesmutter nicht. „Kleine Kinder brauchen freie Gesichter, um auch den Ausdruck und die Mimik sehen und deuten zu können.“

Im Lockdown war die Einrichtung, in der die 59-Jährige mit Britta Riemann und Andrea Gontard-Rouzies maximal 15 Kinder betreut, wie alle anderen Tagespflegestellen von Mitte März bis Mitte April geschlossen. Danach wurde im Notbetrieb mit jeweils einer Tagesmutter und in kleinen Gruppen nur der Nachwuchs betreut, dessen Eltern in systemrelevanten Berufen arbeitet. Nun dürfen alle Kindertagespflegeeinrichtungen in Hamburg wieder in den Regelbetrieb zurückkehren, unter Einhaltung der coronabedingten Hygieneregeln. Caroline Möller und ihre Kolleginnen sind froh darüber: „Es klappt ziemlich gut. Die Kinder finden sich wieder zusammen, die Eltern tragen Masken und halten sich an möglichst kurze Bring- und Abholrituale, was natürlich mit den Kleinen nicht immer möglich ist. Zumal manche Kinder so lange nicht hier waren, dass sie erstmal einige Zeit brauchen, um sich wieder einzugewöhnen“, so Möller. Und da die Gefahr, den Corona-Virus zu übertragen, im Freien viel geringer ist, findet ein Großteil der Betreuung draußen statt.

Ab dem 6. August im Normalbetrieb

So hält es auch Hala Fielker, die ihre Tagespflegeeinrichtung „Hala’s Rasselbande“ in der Grindelallee betreibt. „Meine Kolleginnen und ich sind viel mit den Kindern auf unserem Außengelände, lüften lange, waschen oft mit den Kindern die Hände und nehmen sie morgens draußen von den Eltern in Empfang. Außerdem haben wir Desinfektionsspender aufgestellt, alle Maßnahmen also, die wir von der Behörde auferlegt bekommen haben“, erläutert die Leiterin, die der Stadt Hamburg dankbar ist, dass diese den Bereich der Kindertagespflege in der Krise so gut aufgefangen hat. „Ein großes Lob an die Stadt, die uns nicht nur weiter bezahlt hat, sondern auch bereitwillig die Kosten für die Elternanteile übernommen hat“, so Fielker. „So konnten wir unsere Fixkosten weiter zahlen und auch die Eltern, die im Lock-down ja keine Betreuung hatten, wurden finanziell entlastet.“

Und auch für „ihre“ Familien hat Hala Fielker nur positive Worte: „Unsere Eltern sind sehr verständnisvoll und umsichtig, was Corona betrifft. Sie achten darauf, möglichst Menschenmengen zu meiden, um sich, ihre Familie, und, in Bezug auf unsere Einrichtung, auch uns als Team und die Kinder nicht zu gefährden – dafür bin ich sehr dankbar.“ Und auch wenn nun wieder alles mit dem Regelbetrieb scheinbar in Richtung Normalzustand geht, bleibt der Corona-Virus weiter eine Gefahr. „Wir müssen in dieser Zeit auch Kinder mit einer Schnupfennase ablehnen, sie dürfen, so lange sie nicht gesund sind, nicht in die Einrichtung kommen. Denn egal ob Schnupfen, Atemwegsprobleme oder Fieber – man kann bei keinem Symptom wissen, ob es nicht Corona ist.“ Auch Anja Reinke, die als ausgebildete Tagesmutter als Springer in verschiedenen Einrichtungen arbeitet, sieht die Krise noch lange nicht als bewältigt an: „Die zweite Welle wird wohl kommen, schließlich gehen wir auf den Herbst zu und das heißt Erkältungszeit und damit mehr Anfälligkeit. Das macht mir aber keine Angst, da wir in der Tagespflege gut aufgestellt sind“, weiß die erste Vorsitzende des „Hamburger Tagesmütter – und väter e.V.“. „Wir werden auch das schaffen, denn gerade die Tagespflegepersonen haben gezeigt, wie Betreuung in seltsamen Zeiten geht. Wir waren sehr früh wieder gut aufgestellt. Die kleineren Gruppen ermöglichen außerdem eine bessere Umsetzung der Hygieneregeln. Trotzdem sind wir auf die umsichtige Mitarbeit der Eltern angewiesen, die ihr Kind nur gesund in die Einrichtung bringen.“

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