Mit Plakaten an Fenstern wird auf die drohende Schließung der Pflegeschule am Krankenhaus Groß Sand hingewiesen. Foto: pr
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Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg. Auszubildende und Beschäftigte des Wilhelmsburger Krankenhauses Groß Sand wehren sich gegen die zum 1. Oktober geplante Schließung der Pflegeschule.
Am Donnerstag werden an den S-Bahn-Stationen Veddel und Wilhelmsburg sowie auf dem Stübenplatz und an der Veringstraße Handzettel verteilt. Für Dienstag, 11. August, plant das Bündnis „Aktion Rettung Pflegeschule“ ab 15 Uhr eine Demonstration auf dem Bonifatiusplatz. „Laut werden“ lautet hier das Motto.
Zur Erinnerung: Als Grund für die Schließung der Schule hatte Groß Sand-Geschäftsführer Christoph Schmitz das neue Pflegeberufegesetz angeführt. Dessen Anforderungen seien für die Wilhelmsburger Schule – wie auch für viele andere Pflegeschulen vergleichbarer Größe – nicht zu bewerkstelligen. Auch erforderliche Investitionen in den digitalen Unterricht könne Groß Sand nicht bezahlen.
Die 55 Krankenpflege-Azubis dreier Jahrgänge werden weiterhin im Krankenhaus praktisch ausgebildet. Für die theoretische Ausbildung müssen sie dann allerdings nach Hammerbrook zur Schule für Gesundheits- und Krankenpflege.
Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Groß-Sand zeichnet sich insbesondere durch die direkte Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund aus. Sprachbarrieren zu beseitigen und in den kulturellen Austausch zu gehen war stets Teil des Unterrichtskonzepts. In Hammerbrook ist dies, so die Befürchtung der Azubis, nicht gewährleistet.
„Die Geschäftsführung hat nicht nur in der Argumentation versagt, sondern auch in der Kommunikation. Weder Gespräche mit den Dozentinnen und Dozenten, noch mit den Schülerinnen und Schülern haben im Vorhinein stattgefunden. Eine fundierte Diskussion über die Zukunft der Pflegeschule wurde nicht einmal in Erwägung gezogen“, beklagt Anastasia Stumpf, die 2019 ihr Examen am Groß Sand gemacht hat.

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