Plant für die Zukunft des Hockey in Hamburg: Markus Weise. Foto: pr
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Hockey: Am Hemmingstedter Weg entsteht ein Bundesstützpunkt

Jens Beeskow, Hamburg-West

„Das ist ein schönes und wichtiges Projekt – sowohl für den Hockeysport als auch für eine Stadt wie Hamburg“, findet Markus Weise. Er holte als Bundestrainer drei Olympischen Goldmedaillen mit den Damen und Herren des Deutschen Hockey-Bundes. Nach einem Intermezzo beim Deutschen Fußball-Bund ist Markus Weise zurück im Hockey und soll als Leiter des neuen Bundesstützpunkts Hamburg am Hemmingstedter Weg die Kaderathleten in der Hockeybochburg fördern.

Beim DFB verantwortete er „Entwicklung und Innovation“

Weise: „Hamburg hat im Hockey ja schon eine Sonderstellung, weil es erstens so viele Bundesligavereine gibt wie in keiner anderen Stadt, und zweitens haben wir hier wirklich über alle Altersklassen hinweg Kaderspielerinnen und -spieler.“

Der Bundesstützpunkt in allerdings noch in der Planungsphase. „Wir haben lange versucht, gemeinsam mit der Stadt und den Footballern der Blue Devis einen geeigneten Standort zu finden. Da haben wir am Hemmingstedter Weg auch wirklich eine sehr gute Lösung gefunden. Gerade verzögert sich das Projekt allerdings aus verschiedenen Gründen ein wenig.“ Ein Platz ist bereits vorhanden, am Ende sind anderthalb Spielfelder geplant – teils überdacht für wetterunabhängige Maßnahmen – und ein Funktionsgebäude.

Derzeit ist also gar nicht so viel zu tun für Markus Weise am Hemmingstedter Weg. Der ehemalige Hockey-Bundestrainer macht derzeit eher einen Bürojob. Den hatte er auch über fast vier Jahre beim DFB, wo er die Akademieabteilung „Entwicklung und Innovation“ verantwortete. „Das war für diese Zeit auch okay“, sagt der 57-Jährige heute. „Aber neben der Tatsache, dass ich wieder näher bei meiner Familie sein wollte, hatte ich auch wieder Lust, näher am Sport zu sein.“ Das dürfte der neue Job auf jeden Fall mit sich bringen, auch wenn der Schreibtisch immer noch dazu gehört. Weise ist als BSP-Leiter künftig zuständig für alle Aktiven der Hamburger Kaderpyramide.

Dabei soll künftig gar nicht alles am Hemmingstedter Weg stattfinden. „Wir brauchen ja viel mehr Partner für dieses Projekt. Ich sehe das schon deutlich breiter aufgestellt. Wir haben da ja auch schon gute Partner wie den Olympiastützpunkt, das Sportamt, die Bezirksämter Nord und Altona, die Uni mit der Anlage am Turmweg, die Eliteschule des Sports am Alten Teichweg und andere Partnerschulen.“

Mit dem Standort im Hamburger Westen befindet sich der Bundesstützpunkt Hockey künftig in direkter Nähe zu den ambitionierten Vereinen Hamburger Polo Club und Großflottbeker THGC, deren Entwicklung Weise als sehr positiv ansieht. „Man sieht, dass sich die Clubs die Frage stellen, was sie im bundesweiten Vergleich für eine Rolle spielen wollen. Man kann sich mit der Regionalliga zufriedengeben, das ist auch völlig in Ordnung. Aber um auf Dauer als Bundesligist zu bestehen, muss man so große Anstrengungen unternehmen und entsprechende Hebel in Bewegung setzen, wie es die beiden Clubs derzeit tun, denn die Konkurrenz ist ja schon allein in Hamburg sehr groß. Ich begrüße das auf jeden Fall.“ Ob die beiden Bundesligisten künftig von der Nähe zum BSP profitieren können? „Womöglich“, sagt Weise. „Es kommt auf die Zusammenarbeit an.“ Grundsätzlich solle der Stützpunkt allen Vereinen in Hamburg nützen. „Das ist ja kein closed shop. Warum sollen wir zum Beispiel nicht hamburgweit einen Ecken-Workshop ausschreiben? So sollten wir das angehen.“

Derzeit ist nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie ohnehin Pause. „Das hatte schon massive Auswirkungen auf den Sport. Zum Glück konnten zumindest die Olympia-Kandidaten mit Sondergenehmigung und unter strengen Regeln Trainingsstätten nutzen. Das haben wir auch sehr sauber gehandhabt und hatten auch keinen Problemfall.“

Ob der Bundesliga-Spielbetrieb wie geplant im September wieder beginnen kann, da wagt der „Goldschmied“ keine Prognose. „Es ist richtig, mehrere Szenarien zu planen. Für Hamburg kann man sagen: Die Corona-Fallzahlen sind recht niedrig, da sollte ein Spielbetrieb an der frischen Luft unter bestimmten Regeln und vielleicht mit stichpunktartigen Tests möglich sein. Bundesweit ist das natürlich anders, da muss man sich die Sache regional oder lokal betrachten und dann entsprechend entscheiden.“

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