Klaus Beplat am Rande des „Pionierwalds“ südlich des Flottbeker Markts. Foto: mg
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Autor Klaus Beplat beantragt Renaturierung der Röbbek, um den Rest des Baches zu schützen

Matthias Greulich, Flottbek

Klaus Beplat läuft im Slalom durch die hüfthohen Brennesseln und klettert auch noch über den toten Eibenstamm. Der Flottbeker Markt ist zwar nur wenige Meter entfernt, aber vom Trubel, der hier jeden Mittwoch und Sonnabend herrscht, ist nichts mehr zu hören. „Wir befinden uns in einem Pionierwald“, sagt der Flottbeker und zeigt nach Süden. „Weiter hinten ist ein Moor und die Quelle der Röbbek.“

Niemand hat sich mit der Geschichte dieses Baches intensiver beschäftigt als der 79-Jährige. 2014 hat er das Buch „Der letzte Akt im Röbbek Komplott“ veröffentlicht, von dem nun die zweite Auflage in Vorbereitung ist. „Wir müssen das, was noch von der Röbbek übrig ist, schützen“, findet der Autor. Am 6. Juli hat er deshalb einen Antrag auf Renaturierung des Quellbereiches beim Bezirksamt Altona gestellt. „Eine Antwort“, so Beplat, „liegt mir bislang noch nicht vor.“

Ausdrücklich mit einbezogen in den Antrag sind die beiden Regenrückhaltebecken am Flottbeker Marktweg. Die Idee, den Markt dorthin zu verlegen, um auf dem jetzige Marktgelände Wohnungen zu bauen (das Elbe Wochenblatt berichtete), wäre dann vom Tisch.

Im Tiefbauamt weiß man nichts von einem Moorbach namens Röbbek

Auf zwei Luftbildern, die im Abstand von 15 Jahren entstanden sind, sieht man, wie vom Grün des Gebietes schon einiges verschwunden ist. Im Süden, wo auf dem Gelände der Schule Röbbek Wohnhäuser gebaut wurden, und nördlich im Zuge des Umbaus des Wochenmarkts 2009. Damals seien Rohre gelegt worden, um den Quellbereich von der Marktfläche zu trennen. Diese „Verrohrung“, so Beplat, sei damals kompliziert gewesen, weil die Asphaltdecke mehrfach absackte. „Eine intakte Quelle wehrt sich immer durch fließendes Wasser.“

Bei den Recherchen zu seinem Buch konnte das Tiefbauamt Hamburg nichts beitragen. „Es gibt dort keine Unterlagen über die Existenz eines Moorbaches namens Röbbek.“ Die Geschichtsvergessenheit der Behörden geht einher mit der Frage, wem das Quellgebiet gehört, das als Biotop unter besonderem Schutz steht. Beplat: „Man hört, dass sich diese unter Naturschutz stehende Quelle in Privateigentum befindet. Das wirft weitere Fragen auf.“

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