Hier soll künftig der S-Bahnhof Ottensen stehen: Zwischen Altona und Wedel verkehren die Bahnlinien S1 und S11. Foto: cvs
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Als Rollstuhlfahrer spätabends auf einem Bahnsteig festsitzen, weil der Aufzug nicht funktioniert? Eine gruselige Vorstellung. Die Initiative Prellbock Altona befürchtet genau das im Fall des geplanten S-Bahnhofs Ottensen – weil dieser aus Kostengründen lediglich einen einzigen Aufzug bekommen soll. Auf Rolltreppen wird sogar ganz verzichtet. „Die neue S-Bahnstation Ottensen wird nicht barrierefrei, sie ist für mobilitätseingeschränkte Reisende sogar lebensgefährlich“, folgert die Initiative. Der S-Bahnhof Ottensen soll zwischen den beiden Stationen Bahrenfeld und Altona an der Bahrenfelder Straße gebaut werden (das Elbe Wochenblatt berichtete).

Zugänge entstehen zum einen an der Überführung Bahrenfelder Straße / Bahrenfelder Steindamm (Ostseite, Treppen und Aufzug) und zum anderen an der Daimlerstraße (Westseite), wo lediglich eine Fußgängerbrücke in Richtung Thalia-Theater vorgesehen ist. Die Crux scheint der geplante Mittelbahnsteig zu sein. Für die Bahn ist diese Bauweise insofern günstig, als das gesamte „Bahnsteigmobiliar“ (Fahrkartenautomaten und Ähnliches) nur einmal benötigt wird. Außerdem braucht der DB-Konzern an dieser Stelle Platz für die Abstellgleise der S4-Ost, die ursprünglich am neuen Fernbahnhof Diebsteich verlegt werden sollten.

Die Bürgerinitiative Prellbock fordert aus dem Grund, auf die Abstellgleise zu verzichten. „So hätte man die Chance, die S-Bahnstation Ottensen mit zwei Außenbahnsteigen zu errichten“, sagt Sprecher Michael Jung. Der Zugang könne dann ebenerdig oder über Rampen – und ohne störanfällige Aufzüge – erfolgen. „Noch haben die Bauarbeiten nicht begonnen, und ein Schildbürgerstreich erster Güte kann verhindert werden“, sagt Jung.

Nachdem die Eröffnung des Bahnhofs Ottensen ursprünglich für Ende 2020 vorgesehen war, verschiebt sich die Fertigstellung nun um ein knappes Jahr nach hinten. „Die Inbetriebnahme ist für das vierte Quartal 2021 vorgesehen“, erläutert eine Bahnsprecherin. Als Begründung hatte die Bahn „neue Anforderungen“ beim Kabeltiefbau und bei der Entwässerung angegeben. Zum Thema „behindertengerecht“ sagt die Bahn: „Die neue Station Ottensen wird wie alle neuen Bahnhöfe barrierefrei erreichbar sein und entspricht allen rechtlichen und baulichen Anforderungen.“

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