Weinflaschen, Bierflaschen, Scherben am Schulterblatt. Die feiernden Massen setzen den Bewohnern des Schanzenviertels an den Wochenenden zu. Foto: joto
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Offener Brief an Bürgermeister Tschentscher zu feiernden Massen während der Corona-Pandemie

Horst Baumann, Sternschanze

Bei der Übergabe des Briefes vor dem Rathaus. Foto: pr

Es ist nicht mehr auszuhalten. So lautet die Botschaft des Stadtteilbeirats Sternschanze und des Vereins „Standpunkt.Schanze“ an den Hamburger Senat. In Zeiten der Pandemie haben sich die Probleme im Stadtteil durch das Cornern weiter verstärkt.

Der Brief an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die anderen Mitglieder des rot-grünen Senats vom 24. Juni hat es in sich. „Diese Menschenmassen“, heißt es in dem offenen Brief, „nehmen keinerlei Rücksicht auf die Anwohner, sie produzieren ganz erheblich Lärm, die cornernden Massen entleeren ihre Blasen und teilweise Mägen immer wieder in unsere Hauseingänge.“ Eine Nutzung der Gehwege sei schon tagsüber bei einigermaßen gutem Wetter unmöglich, „Die Unmengen an Müll, die diese Klientel hinterlässst, werden spätestens abseits der öffentlichen Flächen zum konkreten Problem der Anwohner, die oft scherbenübersäten Wege führen zu Verletzungen und vielen kaputten Reifen.“

Der Großteil der Bewohner unseres Stadtteils lebt schon sehr lange hier. So gut wie niemand ist bewusst und willentlich in ein „Party-Viertel“ gezogen

Stadtteilbeirat und „Standpunkt.Schanze“

Gerne wird der Stadtteil in den Medien zum „Szeneviertel“ erklärt. In der Schanze kann man mit diesem Etikett wenig anfangen. „Der Großteil der Bewohner unseres Stadtteils lebt schon sehr lange hier. So gut wie niemand ist bewusst und willentlich in ein ,Party-Viertel’ gezogen.“

Auch hier lebten von Familien mit schulpflichtigen Kindern bis zu Schichtarbeitern sehr viele Menschen, die ihren Schlafrhythmus nicht dem Partybetrieb anpassen könnten und wollten. „Auch Bewohner des Stadtteils Sternschanze haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, was durch betrunkene und teils aggressive Menschenmassen, die Nichteinhaltung der Corona-Auflagen, Lärm und Dreck nicht gegeben ist.“

Im offenen Brief wird ein dauerhaftes Außer-Haus-Alkoholverkaufsverbot, mindestens von Donnerstag bis Sonntag ab jeweils 20 Uhr für Gastronomie und Einzelhandel gefordert.

Außerdem verlangen die Bewohner, dass „die knappen Gehwegflächen nicht auch noch von kommerziellen Anbietern für ihre Zwecke missbraucht werden, seien es E-Scooter, E-Roller oder Fahrräder zum Verleih, die unsere Fahrradbügel belegen“.

Aus Gründen des Infektionsschutzes hat die Polizei an den vergangenen Wochenenden den Außer-Haus-Alkoholverkauf verboten. Nun werde in der Verwaltung über ein dauerhaftes Verkaufsverbot nachgedacht, hieß es in Medienberichten.

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